Mittwoch, 6. November 2013

Leseprobe aus "Sprich mein Herz"


LIEBENSWERTE EIGENSCHAFTEN

Die liebenswerten Eigenschaften der mich umgebenden Menschen bereichern und verschönern mein Leben ungemein.

Ich liebte die warmen, aufmunternden Blicke meiner Großeltern. Wenn ich ein Glänzen und Leuchten in ihren Augen und Gesichtern gewahrte, ging das immer mit einer freudigen Nachricht, einer Überraschung oder gar einem Geschenk einher.

Die unzähligen Bemühungen, Streicheleinheiten, die guten und vor allem positiven Worte von Eltern, Großeltern und anderen lieben Menschen sind durch meine daraus entstandenen Gefühle in meine Seele eingegangen, sind darin gespeichert und jederzeit abrufbar.

Für jede sanfte Berührung, jeden freundlichen Blick, jedes nette und Mut machende oder richtungsweisende Wort, für jede Hilfestellung und ähnliche liebenswerte Eigenschaft, die mir Menschen schenken und entgegenbringen, bedanke ich mich von ganzem Herzen, weil sie mich damit froh und glücklich machen.

Ebenso arbeite ich täglich an mir, um meine liebenswerten Eigenschaften zu verbessern und vor allem an die Mitmenschen zu bringen.

Die Art und Weise, wie meine Eltern mit den vielen Besuchern umgingen, die das Jahr über unseren Bauernhof aufsuchten, hat mich unbewusst sehr geprägt.

Ich hörte sie nie über andere urteilend sprechen. Im Gegenteil, sie achteten und respektierten diese Menschen mit ihren individuellen Charakterzügen. Ich denke, die Loyalität, die sie anderen entgegenbrachten, verhalf ihnen selbst zu einem leichteren Voranschreiten in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Und mir legten sie damit den Grundstein, zu lernen, Menschen sein zu lassen, wie sie sind – mit all ihren Schwächen und Stärken.

Brachte mich in der Kindheit die fast stoische Ruhe meiner Mutter beinahe zur Weißglut, so stellte gerade diese sich als wahrer Segen bei der Hausgeburt meines Sohnes heraus. In dieser aufregenden Phase war meine Mutter der Ruhepol, an dem ich mich aufrichten, woraus ich Kraft schöpfen durfte.

Die Haupteigenschaft der Menschen in meinem engsten Umfeld besteht nach wie vor aus mehr Geben denn Nehmen. Ich wuchs in einer Familie heran, in der das Helfen einen außerordentlich wichtigen Stellenwert innehatte. An sich selbst dachten diese Menschen erst in weiterer Folge.

Als Kind deutete ich das Handeln meiner Eltern oft falsch, fühlte mich dadurch selbst zurückgestellt. Heute erlebe ich diesen Part des Lernens von Vorteil, weil ich dadurch gelernt habe, das Wohl der Mitmenschen in den Vordergrund zu stellen, und das bei allem, was ich arbeite, plane und lebe.

Natürlich hatte ich beim Erlernen dieser Lektion auch so manche Stolpersteine zu überwinden, bis ich endlich begriff, dass ich nur Menschen helfen kann, die das auch von sich aus wollen und annehmen können. Ich kann meine liebenswerten Eigenschaften zwar vorleben, annehmen wird sie aber nur der Mensch, der zu sich aus ganzem Herzen sagt: »Ja, ich will!«  


Sprich mein Herz
Ein Ratgeber von Christine Lackner

Die Autorin bei XING




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