Dienstag, 28. Februar 2012

Inspirationsbuch



Am Kleinunternehmerabend der Wirtschaftskammer Wien hielt Felix Gottwald das Impulsreferat Die Stille zum Erfolg. Seine wichtigsten Erfolgsprinzipien hat er in diesem Buch zusammengefasst:

                                    

Mittwoch, 18. Januar 2012

Leseproben aus ›Sprich mein Herz‹ von Christine Lackner

Eltern
Eltern sind für mich Vorbilder, an denen ich mich als Kind orientieren und aufrichten darf. Gott sei Dank hatte ich während meiner Kleinkindphase und den Jugendjahren sehr wertvolle Menschen zur Seite stehen, nämlich meine Eltern und Großeltern. Die positive Vorbildwirkung meiner Eltern wurde mir erst viel später, als Erwachsene, bewusst. Ich hatte noch viel Persönlichkeitsentwicklung zu leisten, ehe ich auch an meinen Eltern das Gute zu erkennen und folglich auch anzunehmen lernte. Als Elternteil von zwei eigenen Kindern bin ich heute bemüht, an den weisen und schönen Erfahrungen aus meiner Kindheit weiterzubauen, oder, genauer ausgedrückt, ich versuche an meine Kinder weiterzugeben, was ich als Kind von Großeltern und Eltern an Positivem erfahren habe. An den nicht so schönen Erinnerungen arbeite ich, um diese nicht unreflektiert auf meine Kinder zu übertragen. Ich erinnere mich an fast keine Gespräche oder Handlungen, worin mich die Großeltern bedrängt oder zurechtgewiesen hätten. Vielmehr haben sie mir das, was sie für richtig hielten, in ihrem Leben praktisch vorgelebt. Ich fühlte und wusste gleichzeitig, auch ohne mahnende oder zurechtweisende Worte, was Nächstenliebe, Verzeihen, Beistand, Achtung, Respekt, Hingabe und Konzentration mir und den Mitmenschen gegenüber bedeuten. Erlebte ich doch hautnah mit, wenn Nachbarn oder Freunde Großvater um Hilfe oder Rat baten oder ihre Interessen und Zeit mit ihm teilten. Wenn er zum Beispiel mit mir an der Hand den Einkauf erledigte, mit der Großmutter den Garten bestellte, bei den Bauern bei der Obst-, Getreide- oder Heuernte mitarbeitete, für diverse Unternehmer die Post und Behördengänge erledigte. Dann gab mir allein schon sein Handeln das Gefühl, ein wertvoller, guter und von Herzen Handelnder zu sein. Er lebte mir darin ja täglich seine Freude vor. Ich spürte, sah und hörte seine gute Laune, seine freundlichen Blicke, seine positiven und Mut machenden Worte. Ich fühlte und spürte einfach, dass Großmutter mich und meine Brüder achtete und liebte. Indem sie voller Freude im Schrebergarten arbeitete, die Wohnung in Ordnung hielt, die Wäsche wusch, die Arbeiten auf den Feldern oder im Haus meiner Eltern mitverrichtete, mit uns Kindern kuschelte, spielte, und, falls von unserer Seite erwünscht, sich auch ernsthaft und geduldig mit uns unterhielt. Ich kann mich an kein einziges Geschenk erinnern, das mich nicht interessiert oder erfreut hätte, wenn es von den Großeltern kam. Sie wussten immer ganz genau das Richtige zu schenken, um uns damit wirkliche Freude zu bereiten. Das konnte Spielzeug, Kleidung, Essen, eine Erlaubnis, ein Gespräch oder eine Berührung sein. Auch sprachen die Großeltern niemals von sich aus Probleme an. Erst, wenn ich von mir aus auf sie zuging und um Rat und Hilfe bat, gaben sie sich alle Mühe, mir zuzuhören und so weit es ging beizustehen. Bemerkte die Großmutter, dass wir Kinder von Erwachsenen nicht mit Respekt behandelt wurden, tat sie dies auch gleich kund, indem sie mit Vehemenz erklärte: »Kinder gehören liebevoll behandelt, weil sie weder Tiere sind, die gezüchtigt werden müssen, noch sind sie Erwachsene, die wegen einer fehlerhaften Tat bestraft gehören.« Wenn ich meinen Vater mit knapp siebzig Jahren die Ehefrau, meine Mutter, mit Kosenamen rufen höre, wenn ich sie bei gemeinsamen Arbeiten beobachte, bei Ausflügen oder Familientreffen gemeinsam aktiv sehe, dann spüre ich, wie innig diese zwei Menschen verbunden sind – wie zwei frisch Verliebte. Und wenn ich heute Grund und Haus betrachte, das einst von meiner Urgroßmutter als wildes Stück Land, auf dem nur eine Schaf- und Sennhütte stand, erworben wurde, dann bin ich gerührt, was die Eltern mit Enthusiasmus und Engagement geschaffen und erhalten haben, ein paradiesisches Fleckchen auf Erden. Ich bin mir sicher, hätten wir dieses schöne Stückchen Land nicht als Familieneigentum gepflegt, die Familie wäre vermutlich schon längst zerbrochen und in alle Winde zerstreut worden. Heute gehört das Stück »Heimat« meinem Bruder, der es ebenso liebt wie die Eltern, Großeltern und Urgroßeltern davor.


Ehrlichkeit
Ich bin der festen Überzeugung, Ehrlichkeit muss dem Kind von klein auf von seinem Umfeld vorgelebt werden, wie alles andere Wesentliche auch, damit es als Erwachsener selbst ehrlich sein kann. Erst wenn ich von Grund auf ehrlich bin, sind es die Menschen mir gegenüber ebenso. Und sind sie es hin und wieder nicht, weil sie es selbst vielleicht nie lernen konnten, oder einfach noch nicht gelernt haben, dann verstehe ich das und übe Nachsicht mit ihnen. Ich werde die Seelenqualen nie vergessen, die ich als Schülerin ausstehen musste, nachdem ich dem Großvater ein paar Münzen aus der Geldbörse entwendet hatte. Der Grund war einzig und allein der, dass meine Schulfreundinnen Taschengeld bekamen und ich nicht. Das Verlangen nach ein paar selbst gekauften Naschereien war eines Tages derart stark, dass ich, von einem inneren Zwang getrieben, nicht anders konnte, als in einem unbeobachteten Augenblick ins Zimmer zu schleichen und aus Großvaters Hosentasche die Börse zu ziehen, um einige Münzen zu entwenden. Seltsamerweise schmeckten die mit dem gestohlenen Geld gekauften Sachen bei Weitem nicht so gut, wie die geschenkten von der Schulfreundin. Lange Zeit fühlte ich mich jedes Mal, wenn mir der Großvater in die Augen blickte, wie auf frischer Tat ertappt. Ich hatte in seiner Anwesenheit ein ganz starkes Gefühl, als ob er jeden Moment nach dem fehlenden Geld fragen wollte. Doch erst viele Jahre später fand ich den Mut, ihm von meiner einst begangenen Tat zu berichten. Er nahm es mit einem Lächeln hin und mir fiel ein schwerer Stein vom Herzen. Ich habe daraus die Erkenntnis gewonnen, wie stark bei Kindern der Einfluss des Gruppenzwangs wirken kann, besonders dann, wenn Selbstbewusstsein und Selbstwert noch zu wenig ausgeprägt sind. Daher verstehe ich auch so gut, wenn Kinder »Unerlaubtes« anstellen, solange ihre Persönlichkeit noch nicht genügend gefestigt ist. Verstehen lernt ein Kind erst, wenn es auch die Möglichkeiten dazu bekommt, indem ein emotional reifes Umfeld das Richtige vorlebt. Unsere Kinder können nicht ehrlicher sein als sie diese Ehrlichkeit vorgelebt bekommen. Solange Denken, Sprechen und Handeln der wichtigsten Bezugspersonen nicht konform laufen mit den Forderungen nach Ehrlichkeit und Einsichtigkeit vonseiten der Kinder, braucht sich auch niemand zu wundern, wenn die Kinder nicht darauf eingehen. Ich sah und spürte Authentizität und Glaubwürdigkeit, wenn meine Mutter euphorisch den landwirtschaftlichen Arbeiten nachging, die sie über alles liebte, von denen sie sich nie im Leben freiwillig losgesagt hätte, die lebendiger Teil ihrer Person waren und noch immer sind. Ehrlichkeit sah und spürte ich bei Großvater, wenn er freudestrahlend mit mir durch den Wald spazierte, mir dabei die Natur, die Tiere und Pflanzen zu erklären versuchte. Wenn er sich mit Menschen unterhielt, ihnen Mut zusprach, während er ihnen auf die Schulter klopfte. Wenn er das gesprochene Wort so rasch wie nur irgendwie möglich in die Tat umsetzte. Ich werde das Bild nie vergessen, als Opa mit Tränen in den Augen das Geschäft meiner damaligen Lehrstelle verließ, nachdem ihm die emotional ungebildete Juniorchefin herablassende, noch dazu erlogene Worte über mich und meine Familie in aller Öffentlichkeit an den Kopf geworfen hatte. Mein Herz blutete bei diesem Vorfall. Doch das ruhige und besonnene Handeln meines Großvaters bestätigte mir einmal mehr, wie identisch seine äußere Stärke mit der inneren war. Ich fühle noch heute die Angst und Panik in mir, die mich als Siebenjährige an Opas Seite überkam, noch ehe er mir offen und ehrlich seine Bedenken kundtat, die ihn bezüglich einer schmerzhaften Bauch-Krankheit plagten. Seinem Glauben nach wäre dieses Zusammentreffen womöglich unser letztes. Erst nachdem er mir hoch und heilig versprochen hatte, wieder gesund zu werden und so lange für mich da zu sein, bis ich allein und ohne seinen Beistand zu leben verstand, legte sich langsam meine Panik. Übrigens, er hatte mit Gottes Hilfe sein Wort gehalten – ich war neunzehneinhalb Jahre alt und gut versorgt als Großvater in eine andere Daseinsebene wechselte. Heute praktiziere ich immer öfter emotionale Intelligenz und denke dabei oft an meinen geliebten Großvater, der mir darin ein lebendiges, weises und vor allem Mut machendes Vorbild war. Meine Kinder können mich nur dann als ehrliche Person annehmen, wenn sich mein äußeres und sichtbares Leben so gestaltet, dass es mit meinem Denken, mit meinen Worten und Handlungen konform läuft. Somit brauche ich von meinen Kindern auch keine Ehrlichkeit einfordern. Weil ich weiß, dass ich ihnen Vorbild genug bin. Sie werden von selbst ehrlich sein, sobald sie die nötige Reife dazu erlangt haben. So vertraue ich getrost auf den Spruch: ›Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.‹


Liebenswerte Eigenschaften
Die liebenswerten Eigenschaften der mich umgebenden Menschen bereichern und verschönern mein Leben ungemein. Ich liebte die warmen, aufmunternden Blicke meiner Großeltern. Wenn ich ein Glänzen und Leuchten in ihren Augen und Gesichtern gewahrte, ging das immer mit einer freudigen Nachricht, einer Überraschung oder gar einem Geschenk einher. Die unzähligen Bemühungen, Streicheleinheiten, die guten und vor allem positiven Worte von Eltern, Großeltern und anderen lieben Menschen sind durch meine daraus entstandenen Gefühle in meine Seele eingegangen, sind darin gespeichert und jederzeit abrufbar. Für jede sanfte Berührung, jeden freundlichen Blick, jedes nette und Mut machende oder richtungsweisende Wort, für jede Hilfestellung und ähnliche liebenswerte Eigenschaft, die mir Menschen schenken und entgegenbringen, bedanke ich mich von ganzem Herzen, weil sie mich damit froh und glücklich machen. Ebenso arbeite ich täglich an mir, um meine liebenswerten Eigenschaften zu verbessern und vor allem an die Mitmenschen zu bringen. Die Art und Weise, wie meine Eltern mit den vielen Besuchern umgingen, die das Jahr über unseren Bauernhof aufsuchten, hat mich unbewusst sehr geprägt. Ich hörte sie nie über andere urteilend sprechen. Im Gegenteil, sie achteten und respektierten diese Menschen mit ihren individuellen Charakterzügen. Ich denke, die Loyalität, die sie anderen entgegenbrachten, verhalf ihnen selbst zu einem leichteren Voranschreiten in der eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Und mir legten sie damit den Grundstein, zu lernen, Menschen sein zu lassen, wie sie sind – mit all ihren Schwächen und Stärken. Brachte mich in der Kindheit die fast stoische Ruhe meiner Mutter beinahe zur Weißglut, so stellte gerade diese sich als wahrer Segen bei der Hausgeburt meines Sohnes heraus. In dieser aufregenden Phase war meine Mutter der Ruhepol, an dem ich mich aufrichten, woraus ich Kraft schöpfen durfte. Die Haupteigenschaft der Menschen in meinem engsten Umfeld besteht nach wie vor aus mehr Geben denn Nehmen. Ich wuchs in einer Familie heran, in der das Helfen einen außerordentlich wichtigen Stellenwert innehatte. An sich selbst dachten diese Menschen erst in weiterer Folge. Als Kind deutete ich das Handeln meiner Eltern oft falsch, fühlte mich dadurch selbst zurückgestellt. Heute erlebe ich diesen Part des Lernens von Vorteil, weil ich dadurch gelernt habe, das Wohl der Mitmenschen in den Vordergrund zu stellen, und das bei allem, was ich arbeite, plane und lebe. Natürlich hatte ich beim Erlernen dieser Lektion auch so manche Stolpersteine zu überwinden, bis ich endlich begriff, dass ich nur Menschen helfen kann, die das auch von sich aus wollen und annehmen können. Ich kann meine liebenswerten Eigenschaften zwar vorleben, annehmen wird sie aber nur der Mensch, der zu sich aus ganzem Herzen sagt: »Ja, ich will!«


Zum ganzen Buch geht es hier:
beam-ebooks
XinXii
Amazon-Kindle


Montag, 19. Dezember 2011

Sirius Verlag bei posterous SPACES

Bei  posterous SPACES sind die Neuveröffentlichungen nachzulesen.

Sirius Verlag bei Google+

Für Google+-Freunde!

Dienstag, 13. Dezember 2011

EPUB und iBookstore

Drei weitere Titel sind nun auch als EPUB bei XinXii sowie im iBookstore zu haben. Bitte informieren Sie sich auf der linken Seitenleiste!

E-Reader

Das können der neue Kindle und seine Konkurrenten, schreibt die Presse.

Samstag, 10. Dezember 2011

"Sprich mein Herz" von Christine Lackner ist erschienen.



Eine gut entwickelte Emotionale Intelligenz wirkt sich positiv auf alle Bereiche des Lebens aus. Die Autorin ist Kommunikations- und Bewusstseinstrainerin mit langjähriger Erfahrung. Sie hat in dieses Buch ihr bewährtes EQ-Training verpackt, um es noch mehr Menschen zu ermöglichen, ihre emotionalen Fähigkeiten zu fördern. Anhand von selbst Erlebtem, anschaulichen Beispielen und mithilfe verständlicher Anleitungen wird gezeigt, wie sich die emotionale Intelligenz auf einfache Weise wirkungsvoll stärken lässt.
Bei Amazonbeam-eBooks und XinXii ist der Ratgeber bereits zu haben. Im Format EPUB wird es dieses E-Book in Kürze auf XinXii geben sowie als iBook im iBookstore.

Montag, 28. November 2011

Ein paar Leseproben für die Zeit vor Weihnachten




Beim Milchkaffee in meiner Küche mit Blick auf die Kastanie ziehe ich eine ernüchternde Bilanz: Es ist kurz vor Weihnachten, ich bin Mitte dreißig, nach seriellen Phasen der Monogamie wieder Single, verdiene mein Brot als Fotomodell und habe momentan nicht sehr viele Jobs. Genaugenommen habe ich seit vier Wochen keinen einzigen Auftrag. Gestern rief mich tatsächlich mein Bankberater an, um mir mitzuteilen, dass demnächst der Überziehungsrahmen gesenkt werden soll. Das sei wohl auch in meinem Interesse, ob ich denn eigentlich wisse, wie hoch der Überziehungszins sei. Ja, was soll ich denn machen? Zaubern? Irgendwann werde ich ja auch hoffentlich mal wieder Jobs bekommen, und dann sieht es auf meinem Konto sicher nicht mehr gar so öde aus. Habe ich schon erwähnt, dass ich Single bin? Schon wieder!
   Aus Aus ›Sonne, Mond und Männer‹ von Mona Frick


Als ich erwachte, war Philipp längst aus dem Haus. In der ganzen Wohnung fand ich Zettel verstreut, auf die er Liebesbeteuerungen geschrieben hatte. Zum Nikolaus schenkte er mir eine CD mit einer beigelegten Liebeserklärung. Er sei bei den Liedern ganz bei mir und verknüpfe mit ihnen intensive Erlebnisse. Die Lieder besäßen die Macht, ihn aus der Einsamkeit in eine andere, glücklichere Welt zu versetzen, in der er mir ganz nahe sei. Es seien Lieder, bei denen er weinen oder auch lächeln müsse, weil sie sein Leben erhellten. Er wolle diese Lieder mit mir teilen. Ständig versuchte er, mir zu erklären, dass die schwierigen Phasen in unserer Beziehung bald enden würden. Er spüre mit jedem Tag mehr die Freiheit nahen und er wolle nichts anderes mehr als diese Freiheit. Die Gefangenschaft seiner Ehe habe ihn krank, kraftlos und oft hoffnungslos gemacht. Er wisse, dass er diese Phase bald überwunden haben werde, sogar schneller, als es möglich erscheine. Doch es war zu spät. Zu lange hatte er mich vor verschlossenen Türen stehen lassen und zu lange wurde mein Sehnen und Hoffen nach einer Zweisamkeit nicht erhört. Ich konnte und wollte einfach kein Verständnis mehr dafür aufbringen, dass meine einstigen Träume von einer allumfassenden Beziehung voll Vertrauen und Geborgenheit plötzlich auch die seinen wurden. Dass er diese Träume jetzt verwirklicht sehen wollte. Weil er nun von Tag zu Tag mehr wisse, mich aus tiefstem Herzen zu lieben. Um Weihnachten herum war Philipp an einem Wendepunkt angelangt. Er blicke voller Zuversicht nach vorn in eine Zukunft in Freiheit, wie er sagte. Sein Weihnachtsgruß an mich war die Botschaft, dass er glücklich sei, er selbst sein zu dürfen. Er hielt weiterhin an seinen Träumen fest. Sie seien dazu da, so lange an sie zu glauben, bis sie Wirklichkeit werden würden.
   Aus ›Nur geträumt?‹ von Christine Lackner


Zu Weihnachten hatte ich einen Plattenspieler bekommen. Einen Musikus 105V von Telefunken. Ausgelegt für Stereo. Man brauchte bloß noch einen zweiten Verstärker für den anderen Kanal. Das alte Radio mit dem Holzchassis war dafür ideal. Mit einem Adapter für die Bananenstecker musste es klappen. Die Bands wurden jetzt zahlreicher. The Kinks: ›Sunny Afternoon‹, ›You Really Got Me‹. The Troggs: ›Wild Thing‹. The Small Faces: ›Tin Soldier‹, intensives, absolutes Durchdrehen. Dieses ruhige Piano-Intro und dann treibendes Losheizen, diese Kraft, diese Energie, unglaublich. Überhaupt war alles englisch und »The«. Dann die Beachboys. »Bababa, bababaranne, babaraaanne ...« Amerikanisch und trotzdem gut, dachten wir. Mit ›Good Vibrations‹ spielten sie dann endgültig in der ersten Liga.
Wir veranstalteten des Öfteren private Hitparaden-Nachmittage. Da wurden Songs nach einem ausgeklügelten Beurteilungssystem bewertet. Der Gesang, die Komposition, das Arrangement, wilde Soli, die Message oder, was wir dafür hielten, wurden von uns mit Kennermienen einer strengen Prüfung unterzogen. ›My Generation‹ von The Who gegen ›Bus Stop‹ von The Hollies. Da ist die Fragestellung schon Makulatur. Natürlich überwogen wilde Soli und die Message bei den Who. Es wurde über die restlichen Kriterien noch gestritten, aber es gewannen die Who. Obwohl der mehrstimmige Gesang von den Hollies schon eine Klasse für sich war.
So verlebten wir die Tage im Rausch der Musik, wenn auch ab und zu Oma Prank in den Keller kam und zeterte: »Mog disse Negermusik mol lieser!« Sie war mehr in der Heideröslein-Ecke zu Hause.
   Aus ›Leben ist ein Nebenjob‹ von Uwe Prink


»Weihnachten. Die Tage kannst du vergessen. Natürlich triffst du während der Feiertage auf reichlich dankbare Kundschaft. Natürlich auch auf die ganzen Irren. Aber denen kannst du eh nicht entkommen. Wenn sie dich finden wollen, dann finden sie dich früher oder später.« Charly blinzelte Oliver schlecht gelaunt zu. Oliver wich seinem Blick aus.
»Calvin mag es nicht, wenn man unangemeldet in seinem Revier fischt. Warte mal lieber, bis er dich anquatscht«, sagte Charly.
Oliver schüttelte den Kopf. »Ich habe nicht vor, in seinem Geschäft mitzumischen. Bestimmt finde ich selbst etwas. Zumindest, bis ich wieder in Berlin bin.«
»Ja, sicher. Rede dir das nur schön ein. Ohne die richtigen Papiere oder festen Wohnsitz steht dir natürlich die Welt offen.«
»Ich habe Papiere. Das krieg’ ich schon hin.«
Charly zuckte mit den Schultern. »Wie du meinst, mein Freund. Du weißt ja, wo du uns findest, falls nicht.«
Oliver schlug die Augen nieder. Zu selbstsicher blickte der andere auf ihn hinunter. Er versuchte, die wenigen fehlenden Zentimeter auszugleichen, indem er seine Wirbelsäule durchstreckte. Doch sein Kopf brummte. Diese Anstrengung würde ihm auch nicht weiterhelfen. Er sehnte sich nach einem Kaffee. Irgendein anderes warmes Getränk würde ihm auch schon genügen.
   Aus ›Olivers Reisen‹ von Sigrid Lenz


Sie schloss die Tür hinter sich und fütterte als Erstes alle Katzen, die aus den verschiedensten Ecken und Winkeln und über das geöffnete Kippfenster beim Klappern der Futternäpfe auftauchten. Während sie fraßen, zündete Alicia Öllampen und Kerzen an und machte Feuer im Kamin. Schließlich schlüpfte sie in einen kuscheligen Jogginganzug. Darüber zog sie sich einen langen Wollpullover an. Jetzt fühlte sie sich wohler. Sie setzte sich an den steinernen Kamin und wartete, dass das Feuer richtig zu brennen begann. Das Holz war etwas feucht und es dauerte ein Weilchen, bis sich die Flammen im Kamin ausbreiteten. Alicia wärmte sich ein wenig die Hände. Dann stand sie auf und ging mit der Taschenlampe wieder hinaus. Sie führte Alissaya in den Stall, gab ihr Futter und Wasser, legte ihr eine Decke auf den Rücken und unterhielt sich noch ein bisschen mit ihr. Sie fütterte auch ihr anderes Getier und rief schließlich den Hunden zu: »Veni, veni, zittilli [kommt, kommt, Kinder], jetzt gibt’s Bescherung!« Woraufhin die Hunde schneller im Haus waren als ihr Frauchen. Alicia machte fünf Dosen ihres Lieblingsfutters auf. Diese stürzten sich auf ihre Näpfe, als hätten sie noch nie in ihrem Leben etwas zu fressen bekommen und schmatzten um die Wette. Wie immer nach der Mahlzeit rülpste die cremefarbene Kira von Herzen. Die Tiere legten sich zufrieden auf ihre Decken, um ein Verdauungsschläfchen zu halten.
Alicia begann nun, ihr eigenes Festtagsmenü zuzubereiten. Sie setzte sich vor das Holzfeuer und schnipselte frisches Gemüse in den Wok, den sie auf den metallenen Dreifuß über die Glut gestellt hatte. Ein leckeres Currylammragout auf Wildkornreis sollte es zur Feier des Tages geben. Sie hängte einen großen, schwarzen Kessel angefüllt mit Wasser an einen Haken über das Feuer, um den Reis darin zu garen. Zwischendurch musste sie immer wieder das Feuer schüren, damit es nicht ausging. Während sie das Fleisch schnitt, stellte sie fest, dass sie viel zu viel davon gekauft hatte. Aber die Hunde und auch die Katzen fraßen sowieso immer mit. »Und der Rest ist für morgen«, dachte sie laut und warf das Fleisch in den Topf. Sie schüttete Gewürze hinein und deckte den Topf zu, um das Ragout über der roten Glut schmurgeln zu lassen.
Sie ging um den niedrigen Marmortisch herum, setzte sich ermüdet auf das Sofa und stellte das Radio an. Weihnachtslieder schallten ihr entgegen, die von Werbeeinschaltungen der großen Supermärkte mit den allerletzten Einkaufsempfehlungen für das große Fest unterbrochen wurden. Die korsische Version von ›Oh du Fröhliche‹ ertönte und plötzlich flossen Alicia Tränen über das Gesicht. Sie wischte sie verärgert weg und sagte laut: »Ich werde jetzt nicht sentimental werden!«
   Aus ›Wurzeln der Hoffnung‹ von Miluna Tuani


FÜR MEINEN VATER
Liebe für ein ganzes Leben, die hast du mir gegeben.
Hast mich gehalten, hast mich geliebt,
hast mir gezeigt, was das Leben uns gibt.
Abschied nehmen muss ich bald von dir.
Ein langer Abschied – doch du bleibst bei mir!
Bleibst in meinen Gedanken und in meinem Sinn,
ich werd’ daran denken, wo immer ich bin.
Ich spüre das Ende, ist es auch noch fern.
Dich länger behalten, das hätte ich gern.
Liebe für ein ganzes Leben, die hast du mir gegeben.
   Aus ›Hör auf die Amsel!‹ von Christine Weiß


Susan holte ihr Geschenk hervor, und als Danny das Papier zerriss, kam das T-Shirt zum Vorschein, das sie mit mir zusammen gekauft hatte.
»American Werwolf ...? Ey, ich seh’ nicht so bescheuert aus wie der in dem Film. Danke«, meinte er belustigt. Ob er das Shirt wirklich mal anziehen würde, war fraglich.
Ohne Worte schob ich ihm mein Geschenk hin. Er sah kurz zu mir, aber ich wich seinem Blick aus. Ich hatte mich dazu entschieden, ihm genauso gleichgültig gegenüberzutreten, wie er es bei mir tat. Und hoffentlich würde er merken, dass es kein sonderlich gutes Gefühl zur Folge hatte, wie Luft behandelt zu werden. Nachdem er mein Geschenk ausgepackt hatte, setzte er die Sonnenbrille auch gleich auf. Sie stand ihm ausgezeichnet, aber ihm jetzt ein Kompliment zu machen, kam nicht infrage. Mochte gut sein, dass sein Geburtstag war, aber ich hoffte, durch mein Verhalten eine Entschuldigung zu bekommen. Nicht dafür, was er gestern gesagt hatte, sondern wie er mich daraufhin behandelt hatte. Ich akzeptierte es durchaus, dass er nicht mehr als Freundschaft wollte, auch wenn es für mich enttäuschend war, aber dass er mich am Abend dauerhaft ignoriert hatte, wollte ich nicht so hinnehmen.
»Ha! Ich hab’ doch gesagt, die steht ihm klasse!«, sagte Susan stolz über ihre Auswahl.
»Jetzt kannst du zumindest rausgehen, ohne einen Augenschaden zu bekommen«, warf Shane ein.
Danny nahm die Sonnenbrille wieder ab. »Danke, Jade.«
Er bekam jedoch außer einem leichten Nicken keine Antwort von mir. Shane gab als Nächster sein Geschenk ab. Es war ein Buch über Werwolf-Legenden. »Da hast du bestimmt einiges zu lachen«, meinte er grinsend.
»Ja ich glaub’s auch. Danke«, antwortete der Werwolf schmunzelnd und blätterte kurz durch die Seiten des Buches.
»Tja. Mein Geschenk passt nicht hier rein. Da müssen wir schon rausgehen«, sagte der Professor und stand auf. Neugierig folgten wir ihm zum Eingang. Bevor wir rausgingen, hielt er seinem Pflegesohn die Augen zu.
   Aus ›Die Hunde des Todes‹ von Anke Kaminsky


Montag, 21. November 2011

In Vorbereitung: Besinnliches


"Es ist ein Irrtum zu glauben, es gäbe nur vereinzelt Weise, die zurückgezogen leben als Eremiten, in Klöstern, in Wäldern oder an geheimen Orten. Ich sehe die Weisen überall tätig."


Aus "Sprich mein Herz" von Christine Lackner

Dienstag, 25. Oktober 2011

Kindle E-Reader mit deutschem Menu

Nun gibt es den Kindle E-Reader auch mit deutschem Menu. Er wiegt 170 Gramm und hat Taschenformat. Das E-Ink-Display ermöglicht das Lesen wie auf echtem Papier.
Mehr Informationen hier lesen:

Als Lesestoff empfehle ich selbstverständlich etwas aus dem Sirius Verlag, siehe linke Spalte, Format für Kindle wählen.
Viel Spaß beim Lesen!

Dienstag, 23. August 2011

Herzliche Einladung

Sommertage
Auch der schönste Sommer wird zu Ende gehen. Aber bald, im September, gibt es auf unserer Facebookseite ein Gewinnspiel.
Ich freue mich sehr, wenn ihr vorbeischaut!

Dienstag, 19. Juli 2011

Eine bunte Mischung

"Eine bunte Mischung aus unmöglich erscheinender Liebe, aus Familientraditionen, Geiseldrama und viel Lokalkolorit verspricht, diesen Roman zu einem spannenden Leseerlebnis zu machen. Nebenbei erfährt man noch viel über den Unabhängigkeitskampf der Korsen, über die Menschen selbst und über die wunderschöne Insel. Viel Erfolg!"

Danke für die Rezension!
Hier geht es zur Leseprobe: Wurzeln der Hoffnung

Donnerstag, 14. Juli 2011

Beifall für die "Hunde des Todes"!

Die erste Rezension für "Die Hunde des Todes" ist im Verlag eingetroffen:

"Von einem auf den anderen Tag wird Jades Leben auf den Kopf gestellt. Gerade noch war sie auf dem Homecoming-Ball ihrer High School und plötzlich wird sie von Dämonen gejagt und von Werwölfen beschützt. Und das alles nur, weil sie der Schüssel zur Hölle sein soll?
Eine gut ausgearbeitete Handlung unterstrichen durch eine perfekte Mischung verschiedener Charaktere, die stimmig miteinander agieren, egal, um welche Situation es sich handelt. Die typischen Klischees amerikanischer Teenager gestalten das Buch amüsant, werden aber keineswegs übertrieben. Alles in allem ist es ein absolut spannendes Buch, das den Leser mit fiebern lässt und es unmöglich macht, es vor der letzten Seite aus der Hand zu legen!"
(Catharina Wieschhölter)