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Mittwoch, 18. Dezember 2019

Leseprobe - Ich bin deine Zukunft



1

In der Market Street, im Herzen von St Andrews, herrscht bereits, wie fast jeden Morgen, geschäftiges Treiben. Das Stadtzentrum ist voller junger Menschen, die sich auf dem Weg zur Universität befinden. Die altehrwürdigen Gebäude sind in der ganzen Stadt verteilt. Die milde Frühlingssonne verwöhnt die kleine Küstenstadt mit ihren warmen Stahlen. Es scheint ein wunderbarer Tag zu werden. In den liebevoll angelegten Rabatten reiht sich ein Frühlingsblüher an den nächsten.
Im Starbucks steht eine lange Schlage von Studentinnen und Studenten vor dem Tresen an. Alle wollen sich am Beginn eines neuen, anstrengenden Tages mit Kuchen, Sandwiches und Kaffee eindecken. Brenda und Tammy kommen den Bestellungen kaum hinterher. Die beiden jungen Frauen tragen bequeme Jeans, Turnschuhe, schwarze T-Shirts und dunkelgrüne Schürzen mit dem Starbucks-Aufdruck. Konzentriert und schnell wird jeder Wunsch erfüllt. Ein junger Mann ordert einen Schokobrownie und einen Cappuccino bei Brenda. Tammy nimmt grinsend den letzten Brownie vom Tablet und reicht ihn dem jungen Mann. »Kannst du, bitte, welche aus dem Lager holen?«, flötet sie ihrer Kollegin lächelnd zu. Brenda atmet genervt durch, sie nimmt sich aber zusammen. Am liebsten würde sie jetzt … »Natürlich! Du kommst solange alleine klar?«, will sie mit ebenso zuckersüßer Stimme von ihrer Kollegin wissen. »Na klar, aber … beeil dich, bitte!«
Ohne ein weiteres Wort dreht sich Brenda um und geht nach hinten. Auf dem Weg zum Lagerraum macht sie einen Schwenker zur Hintertür. Sie braucht jetzt erst einmal eine Zigarette. Ihre Kollegin Tammy lässt sie warten. Sie lehnt sich draußen neben der Tür an die Wand. Die schmale Seitengasse ist eng und nur als Fußweg benutzbar. Neben der Tür stehen Mülltonnen. Hinter einer der Tonnen lauert eine graugetigerte Katze geduldig und konzentriert auf eine Maus. Abfallsäcke stapeln sich neben alten Holzkisten. Der Müll in den Abfallsäcken stinkt, doch das scheint Brenda nicht zu stören. Sie holt ein Päckchen Zigaretten nebst einem Feuerzeug aus der Hosentasche, klopft eine Zigarette aus der Packung und zündet sie in aller Seelenruhe an. Dann nimmt sie einen tiefen Zug und bläst den Rauch langsam und genüsslich aus.
Brenda ist einundzwanzig Jahre alt. Sie ist das Kind einer verkorksten Beziehung. Ihre Mom war siebzehn Jahre alt, als sich Brenda unerwünscht angekündigt hat. Nach einer abgebrochenen Lehre ist Brendas Mutter wieder bei ihren Eltern eingezogen. Als Brenda zur Welt kam, hatte sich ihr Dad längst aus dem Staub gemacht. Wenn Brenda an ihre Kindheit denkt, fallen ihr nur ewige Diskussionen und Streitereien ein. Meistens ging es um Geld, wenn sich Grandmother, Grandfather und Mom in den Haaren lagen. Mit achtzehn ist Brenda ausgezogen. Seither jobbt sie mal hier und mal da. Alles ist besser als zurück nach Hause zu gehen, findet sie. Seit drei Monaten arbeitet sie nun bereits bei Starbucks. Brenda will ein anderes Leben, ein besseres Leben und dafür würde sie alles tun. Sie ist eine hübsche junge Frau. Einen Meter siebzig groß, schlank und sie hat raspelkurzes blondes Haar. Lange Haare will sie nicht, lieber wirkt sie etwas frech und burschikos. Sie findet, dass ihre Frisur so ihrem Naturell entspricht. Wieder zieht sie an ihrer Zigarette und bläst langsam den Rauch aus. Dabei beobachtet sie die Straße von der Seitengasse aus. Sie sieht die vielen jungen Leute, die zur Universität hetzen. Sie alle werden es wohl einmal besser haben als sie, sinniert Brenda. Plötzlich erregt ein attraktiver Mann ihre Aufmerksamkeit. Sie stößt sich mit dem Fuß von der Wand ab und geht bis zur Einmündung der Gasse in die Straße vor. Gebannt beobacht sie den fremden Schönling. Er ist bestimmt schon über dreißig Jahre alt, denkt Brenda. Aber er sieht hammer aus. Gut gekleidet ist er auch.
Der Mann trägt eine blaue Jeans, schwarze Lederschuhe, ein hellblaues Hemd, eine Weste und einen dazugehörigen Blazer in verschiedenen Erdtönen. Dunkles Gelb vermischt mit Braun und dunklen Grüntönen. Er hat kurzes dunkelblondes Haar, das sich trotz der Kürze auf dem Kopf kräuselt. Außerdem trägt er eine Brille mit kantigen Gläsern und dunklem Vollrahmen. Der Mann hat einen Block und einen Stift in der Hand. Immer wieder sieht er an den schmucken braugrauen Steinfassaden hoch und macht sich Notizen. Brenda beobachtet, wie er sein Smartphone zückt und von den Häusern und Straßenschildern Fotos macht. Er steckt es in die Hosentasche und geht zum Eingang des Starbucks-Lokals. Augenblicklich tritt Brenda die Zigarette auf dem Boden aus. Sie stürzt zum Hintereingang und hetzt in ein paar Schritten zum Lagerraum. Hastig greift sie nach einem Blech mit Schokobrownies und wirft die Tür hinter sich zu. Im Laufschritt macht sie sich auf den Weg in den Verkaufsraum.
»Verdammt, wo bleibst du so lange?«, schnauzt Tammy ihre Kollegin sofort leise an. Sie hat ganz rote Wange bekommen, so verärgert ist sie. »Musstest du die Brownies erst backen?«, will sie wütend von Brenda wissen. »Tschuldigung, mir war nicht gut. Ich war noch rasch auf der Toilette«, meint Brenda kleinlaut. Als Tammy nach einem Schokobrownie greift, bemerkt sie den frischen Zigarettenrauch an Brenda. »Du warst jetzt nicht ernsthaft ein rauchen, oder?«, raunt ihr Tammy zu. Kopfschüttelnd bedient sie im Akkord weiter. Das Thema ist für sie noch nicht durch. Ein Blick in die Schlange vor dem Tresen zeigt Brenda, dass noch drei Kunden vor dem geheimnisvollen Mann dran sind. Verdammt, wenn sie jetzt …, dann Tammy, dann wieder sie … Tammy müsste den Fremden bedienen. Scheinbar ungeschickt lässt Brenda den bestellten Becher Kaffee fallen. Tammy bedient weiter, während Brenda hastig den verschütteten Kaffee aufwischt. Genau so lange, bis der Mann vor ihr steht. Sie schnellt hoch und fragt nach seinen Wünschen.
»Hallo, fremder Mann! Was kann ich ihnen Gutes tun?«, flötet sie ihm zu, ohne ihn aus den Augen zu lassen. Er hat wunderbar eisblaue Augen, fällt ihr sofort auf. Er ist glatt rasiert und riecht wahnsinnig gut. »Einen Frappuccino mit Karamellsirup, ohne Sahne, bitte!«, kommt es kurz und knapp von ihm. Seine Stimme klingt wahnsinnig männlich, findet Brenda sofort. »Am Morgen schon kalten Kaffee, das ist aber ungewöhnlich! Die meisten Leute trinken morgens etwas Warmes«, flötet sie ihm wieder zu. Er scheint ihr gar nicht zuzuhören. Während sie sich um seine Bestellung kümmert, versucht sie ein Gespräch mit ihm zu beginnen. »Neu hier?«, will sie lauernd wissen. Tammy wirft ihrer Kollegin einen verwunderten Blick zu. Brenda bekommt wieder keine Antwort. Der Mann sieht sich neugierig um.
»Ist das hier morgens immer so voll?«, will er schließlich von ihr wissen. »Ja, das sind die Studenten. Nach neun Uhr wird es ruhiger«, erklärt sie und stellt den gewünschten Frappuccino auf den Tresen. Er zückt wortlos seine Geldbörse und legt einen großen Schein neben seine Bestellung. Nachdem er sein Wechselgeld erhalten hat, nimmt er seinen Frappuccino und geht. Brenda sieht ihm schmachtend hinterher.
»Was für ein Mann! Den würde ich nicht von der Bettkante stoßen«, flüstert Brenda. 
»Mister Colton gefällt dir? Tja, da bist du nicht die Einzige«, raunt Tammy ihrer Kollegin überlegen zu. Brenda sieht sie überrascht an. »Du kennst ihn?«, will sie fast entsetzt von Tammy wissen. »Wenn du ab und an lesen würdest, statt ewig nur in die Flimmerkiste zu glotzen, würdest du ihn auch kennen. Das ist Maxwell Colton, ein Bestsellerautor. Nein, nicht ein … er ist der beste Krimiautor, den es in ganz Großbritannien gibt. Hast du tatsächlich noch nicht von ihm gehört?«, will Tammy kopfschüttelnd wissen. »Nein, habe ich nicht!« Brenda hat einen leidenden Gesichtsausdruck bekommen. Sie krümmt sich und hält sich den Bauch. »Es geht schon wieder los! Oh, diese Schmerzen, noch schlimmer als vorhin«, beginnt sie zu jammern. »Was ist los?«, will Tammy besorgt wissen. »Ich muss wohl etwas Falsches gegessen haben. Vorhin habe ich geglaubt, dass es etwas besser wird, aber jetzt geht es schon wieder los. Tut mir leid, aber ich kann nicht mehr. Ich gehe besser nach Hause und kurier mich aus!« Ohne auf eine Reaktion ihrer Kollegin zu warten, verschwindet sie rasch nach hinten.
»Super, jetzt kann ich wieder alles alleine machen!«, mault Tammy leise vor sich hin. Brenda ist in ihren Augen keine zuverlässige Kollegin. Das wird sie wohl ihren Vorgesetzten sagen, wenn sie gefragt wird, ob der Vertrag von Brenda verlängert werden soll. Resigniert bedient sie alleine weiter.
Brenda hat sich ihre Tasche geschnappt und ist durch die Hintertür verschwunden. Im sicheren Schutz der Hauswand beobachtet sie Maxwell Colton, wie er mit seinem Frappuccino in der Hand die Straße entlang schlendert. Sie folgt ihm in sicherem Abstand. Immer wieder drückt sie sich gegen eine Hauswand, damit sie nicht gesehen wird. Als er sich auf eine Bank setzt, hat sie genügend Zeit, seinen Namen in die Suchmaschine ihres Handys einzugeben.
Maxwell Colton. Zweiunddreißig Jahre alt. Er stammt aus Edinburgh und ist tatsächlich zur Zeit der bestverdienenden Schriftsteller in Großbritannien. Seine zwölf Kriminalromane waren alle Bestseller. Verträge für die Verfilmung der Geschichten sind bereits unter Dach und Fach, liest sie aufgeregt. Die Dreharbeiten für den ersten Film beginnen in Kürze, steht in dem Bericht. Maxwell Colton hat sich in der Liste der besten Autoren sogar vor Joanne K. Rowling gesetzt. Brenda kann gar nicht verstehen, dass sie bisher nichts von diesem Mann gehört hat. Gebannt betrachtet sie ein Bild von ihm. Es stammt von einer Gala, die vor vier Wochen stattgefunden hat. Sie vergrößert das Foto immer weiter und weiter, als ob sie jede Hautpore dieses Mannes verschlingen wollte. Gebannt starrt sie minutenlang in seine Augen. Und dann ist ihr glasklar, was sie will. Ihn. 


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Freitag, 8. Februar 2019

Vorschau: Schottische Wurzeln



1

Als Caroline am Morgen ihre Augen aufschlägt, beginnt ihr Herz wie wild zu pochen. In ihrem Zimmer scheint spärliches Sonnenlicht durch die Vorhänge. An den Wänden hängen Posters von Stars und Popsternchen neben Fotos von Ausflügen mit Klassenkameraden und Freunden. Die Möbel sind alt und zusammengewürfelt. Caroline springt aus dem Bett und läuft aus dem Zimmer. Barfuß und in einem beigen Schlafanzug mit Bärchenmotiven.
 
»Mom! Mom wo bist du?«, schreit sie durch das ganze Haus.
Sie läuft die weiß gestrichene Holztreppe hinunter in die Küche.
 
Deenah steht am Herd und bereitet das Frühstück für die Gäste zu. Der Duft von Spiegeleiern und krossem Speck durchzieht die Küche. Plötzlich bemerkt sie ihre Tochter und schaut sie überrascht an.
»Du bist schon wach«, flüstert sie verlegen und legt die Gabel beiseite. Dann versucht sie zu lächeln. Sie atmet tief durch und geht zu ihr.
 
Caroline steht hektisch atmend im Türrahmen.
 
Zärtlich nimmt Deenah ihre Tochter in die Arme und drückt ihr einen sanften Kuss auf die Wange.
»Alles, alles Liebe und Gute zum achtzehnten Geburtstag! Jetzt bist du erwachsen und nicht mehr meine kleine Caroline«, flüstert sie gerührt.
 
»Danke Mom! Ja, jetzt bin ich erwachsen und jetzt löst du bitte dein Versprechen ein! Du musst es mir sagen! Heute noch, jetzt!«
 
»Ja, aber …«
 
»Kein aber … du hast es versprochen!« Caroline sieht ihr Mom eindringlich an.
 
»Ja, natürlich … später! Jetzt warten unsere Hausgäste auf ihr Frühstück. Zieh dir erst einmal etwas Anständiges an, bitte.«
 
Caroline nickt, sie weiß, dass ihre Mutter recht hat.
»Klar, mach ich, Mom.«
Ihr fester, bestimmender Ton hat sich in Enttäuschung gewandelt. Es war immer so, dass die Hausgäste wichtiger waren als sie. Warum sollte sich das ausgerechnet heute ändern?
 
*
 
Was will Caroline wohl von ihrer Mutter wissen?
 
Der Roman Schottische Wurzeln von Gisela Greil wird im März 2019 erscheinen.







Samstag, 8. August 2015

Leseprobe aus Whisky liebt Bärwurz


Die Pension entpuppt sich als alter Bauernhof, der aber gut in Schuss gehalten wurde. Vor dem Haus ist ein großer Bauerngarten mit einem verwitterten Holzzaun. Bunte Dahlien und große Sonnenblumenköpfe schauen neugierig über den Zaun. An der Schuppenwand ist ein großer Stapel Holz schnurgerade aufgeschichtet. Auf der Hausbank genießt eine grau getigerte Katze die warme Septembersonne. Als der Wagen vorfährt, öffnet sie kurz die Augen, streckt sich und rollt sich wieder zusammen, um weiterzuschlafen. Auf einer Wäscheleine bewegen sich bunte Bettwäsche und Handtücher leise im Wind.

Ein idyllisches Fleckchen, das muss David zugeben. So gar nicht der Lebensstil, den er in London oder Edinburgh pflegt. Keine laute Hektik, kein Menschengewusel, keine schlechte Luft, nur Ruhe, viel Ruhe.
Die beiden steigen aus dem Wagen und David holt seinen großen Koffer aus dem Kofferraum. Als sie die Haustür öffnen, ist David überrascht. Neue, moderne Fliesen und ein frisch weiß getünchter Hausgang begrüßen die beiden. Alte Bauernmöbel mit liebevoll in Szene gesetzten Accessoires lassen den Hausgang heimelig und gemütlich erscheinen. In der Ecke ist eine Art Rezeption eingerichtet. Auf einem Schlüsselboard hängen zwei Schlüssel. Ein etwas veralteter Computer und ein Telefon stehen da. Sogar eine kleine Glocke ist vorhanden, damit man sich bemerkbar machen kann.
Die beiden schauen sich um, aber es ist niemand zu sehen.
Da David im Moment sowieso nicht besonders gut gelaunt ist, was er seinem Bruder zu verdanken hat, schlägt er etwas ungehalten auf die Glocke und wartet. Nach kurzer Zeit schlägt er noch einmal genervt auf die Glocke.
Irgendwo knallt eine Tür und dann erscheint eine Frau Anfang dreißig. Sie trägt Gummistiefel und eine blaue Latzhose. Das blonde Haar hält sie mit einem rot getupften Kopftuch, das sie nach hinten gebunden hat, in Schach. Aus der Latzhose lugt ein verwaschenes T-Shirt, das wohl irgendwann einmal rot war. Die Frau trägt eine moderne Nerd-Brille mit großen Gläsern. Sie wischt sich die schmutzigen Hände an der Latzhose ab und sieht David angriffslustig an.
»Herrschafts Zeiten, werst woi denast a bissl woatn kinna, oda! (Um Himmels willen, Sie werden doch wohl einen Moment warten können!)«, schreit sie ihn an.
»S fliang hams ma no net beibrocht! Aiso wos wuist? (Das Fliegen hat mir noch keiner beigebracht! Also bitte, was möchten Sie?)«
David sieht seinen Bruder verdutzt an. »Was hat die Frau gesagt?«
John lächelt und schubst seinen Bruder beiseite.
Sofort hellt sich das Gesicht der wütenden Frau auf. Sie lächelt John an.
»Hallo Hanna! Darf ich dir meinen Bruder David vorstellen?« Er zeigt auf David und flüstert ihr zu. »Er hat studiert, der kann dich nicht verstehen, du musst bitte Hochdeutsch mit ihm reden!«
Sie lächelt ihn bedeutungsschwanger an und versucht es noch einmal, diesmal etwas freundlicher und ganz langsam.
»Grüß Gott! Ich bin die Hanna! Ihr Zimmer ist bereits vorbereitet, ich hoffe, Sie hatten eine gute Anreise!«
Mit einer leicht verzweifelten Handbewegung wischt sich David über seine Augen, dann streicht er seine widerspenstigen Haarlocken aus der Stirn. Er nimmt sich zusammen und antwortet so freundlich, wie es ihm im Moment nur möglich ist.
»Danke sehr, die Anreise war bis auf das letzte Stück ganz angenehm aber sehr anstrengend. Entschuldigen Sie bitte meine Ungehaltenheit.« Auch er versucht, langsam zu sprechen. »Ich bin etwas erschöpft und müde und würde mich gerne etwas ausruhen.«
»Selbstverständlich«, flötet Hanna unnatürlich freundlich. »Bitte, das ist Ihr Schlüssel. Sie haben das Zimmer gleich neben dem von Ihrem Bruder. Ich hoffe, Sie haben einen guten Aufenthalt bei uns. Frühstück gibts ab sechs Uhr!«
»So früh?«
»I hob gsogt, ab sechse, des hoist ja net, dast um sechse essn muast. I bin hoit wach weil d Viecha ebs zum Fressn brauchand. (Ich habe gesagt ab sechs Uhr, das heißt ja nicht, dass Sie um sechs Uhr frühstücken müssen. Ich bin so früh wach, weil ich meine Tiere füttern muss!)«
»Es ist alles in Ordnung!«, mischt sich John ein. Er nimmt den Schlüssel und zieht David hinter sich her nach oben.
Das Zimmer ist sauber, im gleichen bayerischen Stil eingerichtet wie der Eingangsbereich, es hat, für David überraschenderweise, sogar ein eigenes Bad. Die Räumlichkeiten scheinen alle frisch renoviert zu sein. Kein überschwänglicher Luxus, aber das ist auch gar nicht notwendig, denkt David zufrieden. Sauber und zweckmäßig.
Er sieht aus der Tür, die auf den Balkon hinausführt. Unten läuft Hanna mit einer Schubkarre vorbei.
David schüttelt den Kopf und geht zurück ins Zimmer zu seinem Bruder.
»Was ist das bloß für eine Kratzbürste. Da muss es dir ja leicht fallen, enthaltsam zu leben!«
»Apropos enthaltsam! Hast du ihn dabei?« Johns Augen beginnen zu glänzen. Er schaut seinen Bruder mit einem flehenden Blick an.
David muss lächeln. Er hebt seinen großen Koffer aufs Bett und öffnet den Reißverschluss. Dann holt er eine Flasche von Johns eigenem Whisky hervor und reicht sie seinem Bruder.
»Du hast daran gedacht, ich danke dir von Herzen. Oder noch besser, ich werde heute Abend für dich beten. Dass du endlich wieder eine Frau findest, die zu dir passt. Na, was sagst du!«
»Ich will und brauche keine Frau!«, zischt David seinen Bruder an. »Verdammt, wann akzeptierst du das endlich! Schluss jetzt mit dem Geplänkel, ich will wissen, was du weißt. Was hast du in dem Buch gefunden?«
»Sorry, aber erst einen Schluck Whisky. Ich hole schnell zwei Gläser!«


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In Kürze wird dieses Buch auch im iBookstore erhältlich sein.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Frohe Weihnachten allen Autorinnen, Autoren und Lesern!



 Leseprobe aus Wenn nur einer liebt von Gisela Greil


Jetzt beginnt bald die Adventszeit. Emelie hat gar keine Lust, Plätzen zu backen.

Für wen den auch, denkt sie.

Um wenigstens ein bisschen in Weihnachtsstimmung zu kommen, geht sie am Samstag Geschenke für die Kinder kaufen. Auch für John möchte sie etwas besorgen, nur, was kauft man einem Mann, der alles hat?

Emelie entscheidet sich für ein Hologramm-Bild, das in Glas geschliffen wird. Als Vorlage nimmt sie das Foto mit, auf dem sie und John vor der großen Eisenbahnbrücke stehen. Wenn das Glasbild fertig ist, will sie es gut verpacken und nach Schottland schicken.

Irgendwie ist es ihr leicht gefallen, sich ein Geschenk für ihn auszudenken. Bei ihren Kindern hat sie es schwerer.


Am Abend ruft John an, wie jeden Tag.

»Hallo Emelie, na, was hast du heute alles angestellt.«

»Ein ganz normaler Arbeitstag und am Nachmittag war ich in der Stadt, shoppen. Ich habe einen Adventkranz gekauft und Kleinigkeiten für die Kinder zu Weihnachten.«

»Apropos Weihnachten, hast du es dir anders überlegt? Möchtest du nicht doch zu mir kommen?«

»Ich habe dir doch gesagt, dass meine Kinder bestimmt sehr enttäuscht wären, tut mir schrecklich leid, aber das geht wirklich nicht.«

»Eine Frage, kannst du eigentlich Ski fahren?«

»Warum?«

»Nur so, ich hab überlegt, ob wir nach den Feiertagen nicht ein paar Tage Urlaub in einem hübschen Wintersportort machen könnten.«

»Vor gefühlten hundert Jahren bin ich recht gut gefahren, aber bestimmt seit dreißig Jahren nicht mehr.«

»Und … möchtest du?«

»Ich weiß nicht, erst muss ich dieses Weihnachtsfest hinter mich bringen, irgendwie hab ich gar keine Lust auf Weihnachten.«

»Kann ich gut verstehen, aber … überleg es dir. Denk einfach mal darüber nach!«

»Mach ich.«


Etwa eine halbe Stunde später ruft Thomas an, er entschuldigt sich bei seiner Mutter, weil er Weihnachten nicht mit ihr feiern kann.

»Anna will dem ganzen Trubel entfliehen, wir haben vor zehn Minuten Flug und Hotel für Mallorca gebucht und möchten die Feiertage dort verbringen.«

»Ist ja okay, mach dir bloß keinen Kopf wegen mir, Thomas, ich habe ja noch Maja und Alina. Macht euch eine schöne Zeit, ihr zwei.«


Am nächsten Tag sagen Alina und Maja ab, weil beide gerne mit Freunden in London feiern möchten.

Jetzt ist sie Weihnachten ganz alleine. Das wird ihr schlagartig bewusst.

Wie aufs Kommando ruft Sir John an.

»Hallo Emelie!«

»Hallo John!«

»Was ist los? Ich hör doch, dass irgendetwas nicht stimmt?«

»Eigentlich nichts, meine drei Kinder haben Weihnachten ohne mich verplant, und jetzt bin ich etwas enttäuscht deswegen!«

Endlich, denkt John.

»Emelie, du weißt ja, mein Angebot steht nach wie vor.«

»Ja, ich überlege es mir, versprochen.«

»Nicht lange überlegen, bitte, sag zu, komm zu mir, bitte!«

Kurze Stille.

»Na gut, überredet, ich komme Weihnachten zu dir. Besser?«

»Viel besser Emelie, viel besser.« Und wieder einmal hat er sein Ziel erreicht.



Kapitel FÜNFZEHN - Der 24. Dezember steht unter einem guten Stern


Die Tage bis zu den Weihnachtsferien vergehen nun doch rascher als gedacht. John hat ihr ein Ticket geschickt und ihr versprochen, sie vom Flughafen in Edinburgh abzuholen. Seit Emelie zugesagt hat, bei ihm in Schottland die Feiertage zu verbringen, wächst ihre Freude darauf Tag für Tag mehr.

Die Kinder im Kindergarten sind kaum noch zu bremsen, und als der zweiundzwanzigste Dezember endlich da ist, hat sich auch bei Emelie große Vorfreude aufs Fest eingestellt.

»Also meine Lieben, ich wünsch euch allen ein schönes Fest, und lasst euch reich beschenken«, verabschiedet sie sich von ihren Kolleginnen.


Sie fährt in eine Gärtnerei und kauft ein kleines mit Kerzen und Rosen geschmücktes Tannenbäumchen für das Grab von Michael. Als sie auf dem Friedhof ist, zündet sie ein Grablicht an und sucht einen schönen Platz für das Bäumchen.

»Der ist für dich, Michael. Ich hab dir ja erzählt, dass ich Weihnachten nicht da bin. Ich hoffe, du verstehst das, ich wäre ganz allein. Morgen Vormittag geht mein Flug, deshalb wünsch ich dir heute schon frohe Weihnachten, mein Schatz. Ich hab dich lieb, ich denk an Heiligabend ganz fest an dich und schau zum Himmel, und dann treffen wir uns in Gedanken, ja? Gut, also dann bis Heiligabend.«

Sie küsst wieder ihre Finger und fährt damit über seinen Namen auf dem kalten Grabstein.


Beim Friedhofsausgang trifft sie ausgerechnet auf Andreas.

»Hallo Emelie, warst du bei Michael?«

»Ja, und du?«

»Meine Mutter hat mich gebeten am Grab von Opa nach dem Rechten zu sehen. Was machst du jetzt, hast du Zeit? Ich lad dich auf einen Kaffee ein!«

»Viel Zeit hab ich, ehrlich gesagt, nicht, aber die Zeit nehm ich mir einfach. Gut gehen wir Kaffee trinken.«

Die beiden gehen ein paar Meter, gegenüber auf der anderen Straßenseite ist gleich ein Café.

»Was machst du an Weihnachten?«, will Andreas wissen. »Meine Kinder sind bei ihrer Mutter und ihrem Neuen, ich darf sie erst an Silvester haben, da würden sie bei meiner Frau nur stören. Die beiden wollen weggehen und feiern, und da bin ich dann auch plötzlich gut genug.« Missmutig starrt er auf seine Kaffeetasse. »Also?«, er sieht Emelie erwartungsvoll an.

»Thomas wird mit seiner Anna wegfliegen, und Alina und Maja bleiben in London ...«

»Du bist also auch alleine«, fällt er ihr hocherfreut ins Wort. »Machen wir es uns doch zusammen gemütlich!«

»Andreas, nein, lass mich bitte ausreden. Weil ich eben geglaubt habe, dass ich Weihnachten alleine bin, hat mich John Mac Kinny über die Feiertage zu sich eingeladen, und ich habe schon vor einiger Zeit zugesagt. Tut mir leid!«

Enttäuscht sieht er sie an.

»Du hast gesagt, er ist nur ein Freund. Ich hab euch Allerheiligen gesehen und jetzt das. Erzähl mir doch nicht, dass da nicht mehr ist.«

»Ich kann dir nur den momentanen Stand unserer Beziehung schildern, und demnach ist er nur ein guter Freund für mich, glaub mir!«

»Emelie, mal ganz ehrlich. Hatte ich je eine Chance bei dir?«

»Du bist und warst immer ein guter Freund für mich, aber nicht mehr, Andreas, es tut mir leid.«

»Gut, dann brauch ich mir wenigstens keine falschen Hoffnungen mehr machen.« Er trinkt aus und zahlt. »Ich muss jetzt weiter, ich wünsch dir frohe Weihnachten, Emelie.« Er gibt ihr einen Kuss auf die Wange und geht.


Emelie fährt nach Hause und packt, dann geht sie noch rasch zu Vincent und bringt ihm ein kleines Päckchen.

»Erst an Weihnachten öffnen!«, ruft sie ihm noch zu, als sie zum Gartentor hinausläuft.


In Edinburgh wartet Sir John mit Hut und schwarzem Mantel aufgeregt auf Emelie. Als er sie kommen sieht, winkt er ihr mit einem großen Strauß roter Rosen zu.

Endlich ist sie da. Er freut sich wie ein kleiner Junge.

John nimmt sie überglücklich in die Arme und gibt ihr einen zärtlichen Kuss auf die Stirn.

»Du weißt gar nicht, wie froh ich bin, weil ich dich endlich wieder in meine Arme schließen kann.« Seine Augen haben einen feuchten Schimmer und seine Stimme klingt voll Wärme.

Er drückt sie an sich und Emelie fühlt sich einfach nur wohl und geborgen in seinen Armen.

In diesem Moment weiß sie, es war die richtige Entscheidung.

Er lädt ihr Gepäck auf einen Wagen und schiebt ihn Richtung Ausgang. Nachdem er das Gepäck in den Kofferraum des Range Rovers eingeladen hat, hält er Emelie galant die Tür auf.

Als er startet, sieht er sie überglücklich an und streichelt über ihre Hand.

»Ich bin so froh, dass du da bist«, wiederholt er. Seine Augen bekommen wieder den feuchten Glanz.

»Ich freu mich doch auch, ich bin schon ganz neugierig, wie ihr hier Weihnachten feiert. Ich hatte gar keine Lust mehr auf das Fest, bis ich wusste, dass ich mit dir feiern darf, und jetzt freu ich mich wie ein kleines Kind, glaub mir!«

»Ich habe jetzt nur noch ein Problem«, gibt er etwas kleinlaut zu.

»Und das wäre?« Sie sieht ihn fragend an.

»Bei uns ist Weihnachten ohne die ganze Familie undenkbar.«

»Das heißt?«

»Na ja, ich hoffe, du hast kein Problem damit, meine Mutter und meine Schwester werden mit uns feiern, du wirst sie also kennenlernen. Ist das okay für dich?« Er sieht sie mit ängstlichen Augen an.

»Selbstverständlich, unter anderen Umständen würde ich ja auch mit meiner Familie feiern.« Sie klingt ein bisschen traurig.

John atmet auf.

»Wunderbar, Weihnachten kann kommen.«


Die Landschaft ist nur leicht überzuckert, aber es ist viel kälter als in Deutschland. Der Raureif glitzert in der Sonne, es ist ein schöner Anblick.

»Und hast du dir das mit dem Winterurlaub überlegt?«

»Ich würde wirklich gerne, aber ich befürchte, dafür reicht mein Urlaub nicht aus, tut mir leid!«

»Wir werden sehen.«

Vor Abbywood Castle steht ein riesiger Weihnachtsbaum mit großen, roten Schleifen, die ebenfalls voll Raureif sind und in der Sonne glitzern.

An der Steintreppe zum Eingang hängen verzierte Girlanden und über dem Eingang hängt ein riesiger Buschen Mistelzweige an einem roten Band.

»Du weißt, was der bedeutet, oder?«

Emelie nickt.

Beide gehen durch die Tür und Sir John nimmt sie in die Arme und gibt ihr einen zärtlichen Kuss auf den Mund. Er sieht sie mit glühenden Augen an und küsst sie noch einmal, leidenschaftlich.

Miss Molly kommt.

John lässt Emelie los.

»Herzlich willkommen, Miss Fischer, ich hoffe, Sie verbringen schöne Weihnachtstage bei uns. Molly lächelt sie über ihre große Hornbrille hinweg an.


»Komm.« John nimmt Emelie an der Hand und zieht sie die Treppe hinauf, dabei kommen sie an der Bibliothek vorbei.

Die Tür steht ein Stück offen, Emelie kann ein großes Bild entdecken.

»Moment mal, bitte.« Sie bleibt stehen und zieht ihn ein Stück zurück. Sie öffnet die Tür weiter. Über dem Kamin hängt ein großes Portrait in Öl. Fragend blickt sie zu John.

Er wird etwas rot und versucht, zu erklären:

»Ich habe ein paar so schöne Bilder von dir, und in dem Zimmer halte ich mich sehr viel auf, da steht mein Schreibtisch, an dem ich die meiste Zeit arbeite und … ich wollte nicht immer nur meine verstorbene Verwandtschaft anstarren, und da hab ich mir gedacht … und dann hab ich dich malen lassen. Das Bild ist sehr gelungen, oder?«

»Man kann es kaum von einer Fotografie unterscheiden. Aber muss es so groß sein, ginge es nicht eine Nummer kleiner?«

»Also ich finde, es hätte ruhig noch größer sein können. Und jetzt komm!« Er zieht sie wieder hinter sich her, sie steigen die große Treppe ins obere Stockwerk hinauf.

Vor ihrer Zimmertür bleibt er stehen und sieht nach oben.

Verdammt, schon wieder ein Mistelzweig. Emelie sieht sich um.

An allen Türen, an denen die Möglichkeit besteht, dass Emelie durchgehen könnte, hängen Mistelzweige.

»Du Schuft, denkst du nicht, dass du diese Tradition etwas überstrapazierst?«

Er lächelt sie vielsagend an.

»Kann man zu viel küssen?«, raunt er ihr ins Ohr.

Emelie schüttelt den Kopf und geht in ihr Zimmer. Und schon hat er sie wieder im Arm und gibt ihr einen Kuss.

Das Zimmer ist wunderschön weihnachtlich dekoriert, es steht sogar ein großer Weihnachtsbaum darin.

Emelie staunt.

»Da hat sich aber jemand sehr viel Mühe gegeben!«

»Ich möchte doch nur, dass du dich wohlfühlst.«

»Glaub mir, ich fühle mich sehr wohl hier bei dir.«

»Was möchtest du noch unternehmen?«

»Steht der Mini noch in der Garage?«

Er lächelt.

»Selbstverständlich, er wartet auf dich.«

»Dann lass uns noch irgendwo hinfahren, wo es nicht so viele Mistelzweige gibt.« Emelie zwinkert ihm zu. »Ich zieh mir nur rasch einen wärmeren Pulli an, bei euch ist es ja wahnsinnig kalt.«

John setzt sich bequem in einen großen Ohrensessel.

»Hast du nicht verstanden, ich möchte mich umziehen.«

»Und ich möchte dir dabei zusehen.« Seine Stimme klingt ganz dunkel und sexy, seine Augen leuchten.

»Na gut, eine extra Vorstellung für den Herren.« Sie kramt einen warmen Wollpulli und eine dicke Jeans aus dem Koffer, ruft »oder auch nicht!« und verschwindet damit im Badezimmer.

Als sie wieder herauskommt, sitzt er immer noch lächelnd und kopfschüttelnd in dem großen Sessel.

»Du hast gewonnen, lass uns fahren.«

Die beiden gehen zum Mini. Er gibt Emelie die Autoschlüssel und setzt sich auf den Beifahrersitz.

»Wohin?«, fragt sie.

»Edinburgh.«

»Gut die Strecke kenn ich, glaub ich jedenfalls, wenn ich mich verfahre, musst du mir helfen. Und was machen wir in Edinburgh?«

»Das Kaufhaus Jenner hat den größten Weihnachtsbaum, den würde ich dir gerne zeigen, außerdem können wir noch über den Weihnachtsmarkt bummeln, und wenn du noch irgendetwas brauchst, die Geschäfte sind noch geöffnet.«


Der Weihnachtsbaum ist wirklich imposant, der Weihnachtsmarkt ist nicht mit jenen in Deutschland zu vergleichen. Es ist mehr ein Kirmes mit Riesenrad und was so dazugehört, Weihnachtsstimmung kommt trotzdem auf.

Emelie ist richtig glücklich, es geht ihr gut.

»Ich denke, bis wir heute Abend zurück sind, wird meine Mutter auch angekommen sein. Mach dir keine Sorgen sie, kann ganz nett sein.« John zwinkert ihr zu und nimmt sie fest bei der Hand. »Sie mag jeden, den ich mag, und dich mag ich ganz besonders.«


Vor Abbywood Castle parkt ein schnittiger Mercedes in Silbergrau.

»Meine Mutter ist schon da.« John zeigt auf den Wagen.

Emelie wird ganz flau im Magen.

»Und wenn sie mich nicht mag?«

»Mach dir keine Sorgen, glaub mir, sie mag dich!«

Als beide die Treppe zum Eingang hochlaufen, hält er bei der Eingangstür kurz an, lächelt und gibt ihr einen Kuss.

Ach ja, der Mistelzweig. Emelie schüttelt den Kopf und muss lachen.