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Sonntag, 22. November 2015

Neuerscheinung: Dunkle Wolken über den Highlands



Bei ihrem ersten Zusammentreffen mit John in London verliert Elisabeth ihr Medaillon in seinem Auto und fliegt heim nach Schottland. John begibt sich auf eine lange Fahrt, um ihr das Erinnerungsstück an ihre Mutter wiederzubringen. Elisabeth ist jedoch inzwischen auf rätselhafte Weise in den Highlands verschwunden. Der fragwürdige Douglas, ein reicher Rinderzüchter, scheint darüber Bescheid zu wissen … 

Die Autorin Gisela Greil liebt Schottland, die Dudelsackmusik und Pubs, schottische Bräuche und Feste. Sie lebt im Bayerischen Wald und ist Mutter von vier erwachsenen Kindern. Seit vielen Jahren arbeitet sie in der Altenpflege. In der Freizeit backt sie Torten für besondere Anlässe, z. B. Hochzeiten, zeichnet gern und hat einen wunderschönen Garten mit vielen englischen Duftrosen. Ihr liebstes Hobby ist jedoch mittlerweile das Schreiben geworden. ›Dunkle Wolken über den Highlands‹ ist der vierte Roman der Autorin.


Dunkle Wolken über den Highlands
Ein Roman von Gisela Greil
ISBN: 978-3-9503762-3-4
379 Seiten (PDF)
Coverfotos: © Marcus-Fotolia.com, © stephiera-Fotolia.com
Covergestaltung: Josef Greil
Erscheinungstermin: November 2015

Leseproben und Download:

Kindle Edition

Taschenbuch


XinXii (verschiedene Formate)

iBookstore


Samstag, 8. August 2015

Leseprobe aus Whisky liebt Bärwurz


Die Pension entpuppt sich als alter Bauernhof, der aber gut in Schuss gehalten wurde. Vor dem Haus ist ein großer Bauerngarten mit einem verwitterten Holzzaun. Bunte Dahlien und große Sonnenblumenköpfe schauen neugierig über den Zaun. An der Schuppenwand ist ein großer Stapel Holz schnurgerade aufgeschichtet. Auf der Hausbank genießt eine grau getigerte Katze die warme Septembersonne. Als der Wagen vorfährt, öffnet sie kurz die Augen, streckt sich und rollt sich wieder zusammen, um weiterzuschlafen. Auf einer Wäscheleine bewegen sich bunte Bettwäsche und Handtücher leise im Wind.

Ein idyllisches Fleckchen, das muss David zugeben. So gar nicht der Lebensstil, den er in London oder Edinburgh pflegt. Keine laute Hektik, kein Menschengewusel, keine schlechte Luft, nur Ruhe, viel Ruhe.
Die beiden steigen aus dem Wagen und David holt seinen großen Koffer aus dem Kofferraum. Als sie die Haustür öffnen, ist David überrascht. Neue, moderne Fliesen und ein frisch weiß getünchter Hausgang begrüßen die beiden. Alte Bauernmöbel mit liebevoll in Szene gesetzten Accessoires lassen den Hausgang heimelig und gemütlich erscheinen. In der Ecke ist eine Art Rezeption eingerichtet. Auf einem Schlüsselboard hängen zwei Schlüssel. Ein etwas veralteter Computer und ein Telefon stehen da. Sogar eine kleine Glocke ist vorhanden, damit man sich bemerkbar machen kann.
Die beiden schauen sich um, aber es ist niemand zu sehen.
Da David im Moment sowieso nicht besonders gut gelaunt ist, was er seinem Bruder zu verdanken hat, schlägt er etwas ungehalten auf die Glocke und wartet. Nach kurzer Zeit schlägt er noch einmal genervt auf die Glocke.
Irgendwo knallt eine Tür und dann erscheint eine Frau Anfang dreißig. Sie trägt Gummistiefel und eine blaue Latzhose. Das blonde Haar hält sie mit einem rot getupften Kopftuch, das sie nach hinten gebunden hat, in Schach. Aus der Latzhose lugt ein verwaschenes T-Shirt, das wohl irgendwann einmal rot war. Die Frau trägt eine moderne Nerd-Brille mit großen Gläsern. Sie wischt sich die schmutzigen Hände an der Latzhose ab und sieht David angriffslustig an.
»Herrschafts Zeiten, werst woi denast a bissl woatn kinna, oda! (Um Himmels willen, Sie werden doch wohl einen Moment warten können!)«, schreit sie ihn an.
»S fliang hams ma no net beibrocht! Aiso wos wuist? (Das Fliegen hat mir noch keiner beigebracht! Also bitte, was möchten Sie?)«
David sieht seinen Bruder verdutzt an. »Was hat die Frau gesagt?«
John lächelt und schubst seinen Bruder beiseite.
Sofort hellt sich das Gesicht der wütenden Frau auf. Sie lächelt John an.
»Hallo Hanna! Darf ich dir meinen Bruder David vorstellen?« Er zeigt auf David und flüstert ihr zu. »Er hat studiert, der kann dich nicht verstehen, du musst bitte Hochdeutsch mit ihm reden!«
Sie lächelt ihn bedeutungsschwanger an und versucht es noch einmal, diesmal etwas freundlicher und ganz langsam.
»Grüß Gott! Ich bin die Hanna! Ihr Zimmer ist bereits vorbereitet, ich hoffe, Sie hatten eine gute Anreise!«
Mit einer leicht verzweifelten Handbewegung wischt sich David über seine Augen, dann streicht er seine widerspenstigen Haarlocken aus der Stirn. Er nimmt sich zusammen und antwortet so freundlich, wie es ihm im Moment nur möglich ist.
»Danke sehr, die Anreise war bis auf das letzte Stück ganz angenehm aber sehr anstrengend. Entschuldigen Sie bitte meine Ungehaltenheit.« Auch er versucht, langsam zu sprechen. »Ich bin etwas erschöpft und müde und würde mich gerne etwas ausruhen.«
»Selbstverständlich«, flötet Hanna unnatürlich freundlich. »Bitte, das ist Ihr Schlüssel. Sie haben das Zimmer gleich neben dem von Ihrem Bruder. Ich hoffe, Sie haben einen guten Aufenthalt bei uns. Frühstück gibts ab sechs Uhr!«
»So früh?«
»I hob gsogt, ab sechse, des hoist ja net, dast um sechse essn muast. I bin hoit wach weil d Viecha ebs zum Fressn brauchand. (Ich habe gesagt ab sechs Uhr, das heißt ja nicht, dass Sie um sechs Uhr frühstücken müssen. Ich bin so früh wach, weil ich meine Tiere füttern muss!)«
»Es ist alles in Ordnung!«, mischt sich John ein. Er nimmt den Schlüssel und zieht David hinter sich her nach oben.
Das Zimmer ist sauber, im gleichen bayerischen Stil eingerichtet wie der Eingangsbereich, es hat, für David überraschenderweise, sogar ein eigenes Bad. Die Räumlichkeiten scheinen alle frisch renoviert zu sein. Kein überschwänglicher Luxus, aber das ist auch gar nicht notwendig, denkt David zufrieden. Sauber und zweckmäßig.
Er sieht aus der Tür, die auf den Balkon hinausführt. Unten läuft Hanna mit einer Schubkarre vorbei.
David schüttelt den Kopf und geht zurück ins Zimmer zu seinem Bruder.
»Was ist das bloß für eine Kratzbürste. Da muss es dir ja leicht fallen, enthaltsam zu leben!«
»Apropos enthaltsam! Hast du ihn dabei?« Johns Augen beginnen zu glänzen. Er schaut seinen Bruder mit einem flehenden Blick an.
David muss lächeln. Er hebt seinen großen Koffer aufs Bett und öffnet den Reißverschluss. Dann holt er eine Flasche von Johns eigenem Whisky hervor und reicht sie seinem Bruder.
»Du hast daran gedacht, ich danke dir von Herzen. Oder noch besser, ich werde heute Abend für dich beten. Dass du endlich wieder eine Frau findest, die zu dir passt. Na, was sagst du!«
»Ich will und brauche keine Frau!«, zischt David seinen Bruder an. »Verdammt, wann akzeptierst du das endlich! Schluss jetzt mit dem Geplänkel, ich will wissen, was du weißt. Was hast du in dem Buch gefunden?«
»Sorry, aber erst einen Schluck Whisky. Ich hole schnell zwei Gläser!«


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In Kürze wird dieses Buch auch im iBookstore erhältlich sein.

Donnerstag, 23. Juli 2015

Neuerscheinung: Whisky liebt Bärwurz – Reliquiensuche im Bayerischen Wald


David, ein Archäologieprofessor aus Edinburgh, sucht in Bayern mit seinem Bruder nach einer wichtigen Relique. Inmitten der Idylle des Bayerischen Waldes begegnet er Hanna. Sie lebt mit ihrer Großmutter auf einem Bauernhof und vermietet Zimmer an Touristen. Nach anfänglichen Missverständnissen verliebt sich Hanna in den Schotten mit Herz und ihre Liebe bleibt nicht unerwidert. Doch es sind jede Menge Hindernisse zu überwinden …


Die Autorin Gisela Greil liebt Schottland, die Dudelsackmusik und Pubs, schottische Bräuche und Feste. Sie lebt im Bayerischen Wald und ist Mutter von vier erwachsenen Kindern. Seit vielen Jahren arbeitet sie in der Altenpflege. In der Freizeit backt sie Torten für besondere Anlässe, z. B. Hochzeiten, zeichnet gern und hat einen wunderschönen Garten mit vielen englischen Duftrosen. Ihr liebstes Hobby ist jedoch mittlerweile das Schreiben geworden. ›Whisky liebt Bärwurz‹ ist der dritte Roman der Autorin.


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XinXii (PDF), verschiedene Formate folgen

In Kürze wird dieses Buch auch im iBookstore erhältlich sein.


Whisky liebt Bärwurz
Reliquiensuche im Bayerischen Wald
Roman von Gisela Greil
ISBN: 978-3-9503762-2-7
Seitenanzahl: 360 (PDF)
Erscheinungsdatum: 22. Juli 2015



Donnerstag, 4. Dezember 2014

Neuerscheinung: Liebe, Schmerz und Highland Games

›Liebe, Schmerz und Highland Games‹ von Gisela Greil

Maria verlässt ihren Mann, der sie schlägt und verachtet. Mithilfe ihrer Freundin nimmt sie eine neue Identität an und verlässt Deutschland. Als Anna beginnt sie ein neues Leben in England. Dort lernt sie den Schotten Tom Barow kennen, einen Traummann. Tom kämpft in den berühmten Highland Games und ist Besitzer eines Pubs in Aberdeen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine wunderbare, liebevolle Beziehung. Inzwischen ist Annas Mann hartnäckig auf der Suche nach seiner Frau. Sobald er herausfindet, dass sie sich in Schottland aufhält, holt er sie gewaltsam nach Deutschland zurück. Verzweifelt begibt sich Tom auf die Suche nach Anna, deren wahre Identität er nicht kennt. Es ist sein schwerster Kampf, der Kampf um seine große Liebe …


Gisela Greil
Die Autorin Gisela Greil liebt Schottland, die Dudelsackmusik und Pubs, schottische Bräuche und Feste. Sie lebt im Bayerischen Wald und ist Mutter von vier erwachsenen Kindern. Seit vielen Jahren arbeitet sie in der Altenpflege, schreibt in ihrer Freizeit und erholt sich dabei von ihrem anstrengenden Beruf. ›Liebe, Schmerz und Highland Games‹ ist ihr zweiter Roman.

Hier geht es zum Autoreninterview.


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Liebe, Schmerz und Highland Games
Roman von Gisela Greil
ISBN: 978-3-9503762-1-0
Seitenanzahl: 350 (PDF)
Erscheinungsdatum: 4. Dezember 2014


Mittwoch, 11. Juni 2014

Leseprobe aus Kapitel 5 - "Wenn nur einer liebt"



Samstagmorgen. Michael war joggen und hat frische Brötchen fürs Frühstück dabei. »Guten Morgen!« Atemlos gibt er Emelie einen Kuss, die bereits mit frischem Kaffee auf ihn wartet. »Hast du gesehen, am Nachbarhaus steht ein Umzugswagen. Ich glaub, wir bekommen neue Nachbarn.“

Emelie steht auf und schaut zum Küchenfenster hinaus. »Du hast recht, die Leute scheinen ein kleines Kind zu haben, sie laden Kindermöbel aus. Vielleicht kommt es ja zu uns in den Kindergarten.« »Langsam mit den jungen Pferden.« Michael schüttelt lachend den Kopf. »Du kennst die Leute doch noch gar nicht.« Glücklich sieht er seine Frau an. Wie schön sie doch immer noch ist. Emelie schmiert sich ein Brötchen und beißt herzhaft hinein. »Wolltest du nicht …« »Was meinst du?«, fragt sie mit vollem Mund. »Ach, nichts.« »Jetzt sag schon, raus mit der Sprache!« »Aber nicht, dass du da was in den falschen Hals bekommst!« »Also?« »Na ja, ich meine nur. Ich war heute Morgen schon joggen, und du hast gesagt, wenn dein Urlaub vorbei ist, dann … nicht, dass mir deine Figur nicht gefällt, ich liebe jedes Pfund an dir. Aber wenn du selber nicht mehr mit dir zufrieden bist, dann bist du unausstehlich!« Sie boxt ihn an die Schulter. »Ich versteh schon«, sie zieht einen Schmollmund und tut beleidigt, »ich gefall dir nicht mehr.« »Nein, nein verdammt, so hab ich das doch nicht gemeint. Dass ihr Frauen dieses Thema immer in den falschen Hals bekommt, du hast doch gesagt …« Emelie beginnt lauthals zu lachen. »Du kennst mich wohl immer noch nicht gut genug, mein armer, dummer Mann! Du hast doch recht, und ich weiß sehr genau, was ich gesagt habe. Ab Morgen pass ich wieder mit dem Essen auf, und Sport wird auch wieder mehr gemacht. Nächsten Samstag holen wir die Brötchen gemeinsam nach dem Sport«, sagt Emelie, beißt genussvoll in das Brötchen und zwinkert Michael dabei zu.

Nachmittags gegen fünfzehn Uhr schellt die Türklingel. Emelie öffnet. Vor der Tür steht ein junges Pärchen mit einem kleinen, etwa drei Jahre alten Mädchen. Die Frau ist groß, schlank und blond, in ihrem geblümten Kleid sieht sie richtig toll aus. Er hat eine extrem sportliche Figur, könnte ein Bodybuilder sein, oder zumindest jemand, der seine ganze Freizeit im Fitnessstudio verbringt. Außerdem hat er ziemlich lange Haare, die locker zu einem Zopf gebunden sind. »Guten Tag.« Der Mann gibt Emelie freundlich die Hand. „Wir wollen uns nur kurz vorstellen, wir sind heute in das Haus nebenan eingezogen. Ich bin Vincent Müller, kurz Vince, und das sind meine Frau Klara und unser Töchterchen Lisa. Wir wollen nur kurz Hallo sagen.“ »Schön, freut mich. Wir haben den Umzugswagen schon gesehen, viel Arbeit, so ein Umzug, oder? Auf jeden Fall freue ich mich über neue Nachbarn, noch dazu junge Leute, die wissen, was sich gehört. Die letzten Nachbarn haben weder gegrüßt, noch haben sie irgendwie gezeigt, dass ihnen Nachbarschaft irgendetwas bedeutet. Also, ich freue mich, übrigens, ich heiße Emelie, Emelie Fischer. Vielleicht könnte man sich ja mal zum Kaffee treffen, wenn der Umzugsstress vorbei ist.« »Eine extrem gute Idee.« Der neue Nachbar lächelt sympathisch. »Auf das Angebot kommen wir sicher gerne zurück, jetzt möchten wir aber nicht länger stören, und außerdem haben wir ja noch eine Menge Arbeit vor uns.«

Emelie schließt die Tür hinter sich. Sie geht in den Garten zu Michael. »Wer war an der Tür?« »Unsere neuen Nachbarn haben sich eben vorgestellt, nette Leute, Müller, glaub ich. Er ist ein richtiger Schrank, Bodybuilder oder so was. Könnte ein Türsteher sein, ich glaub, an dem kommt keiner vorbei, wenn er es nicht will. Und sie, eine sehr attraktive Person, ich glaub, die könnte dir gefallen.« »Mir gefällst doch nur du! Glaub mir.« Er nimmt sie um die Hüfte und zieht sie zu sich heran. Leise flüstert er ihr ins Ohr: »Ich liebe doch nur dich.« Er gibt ihr einen langen, langen und leidenschaftlichen Kuss, dann beginnt er an ihrem Ohrläppchen zu knabbern und geht mit seinen Küssen auf Entdeckungsreise. Michael weiß genau, was seiner Emelie gefällt. Nach ein paar weiteren Küssen hat er sein Ziel erreicht, und beide verschwinden im Haus. Sie sind alleine, sturmfreie Bude sozusagen, und solche Zeiten sind kostbar, man muss sie nutzen.

Die ersten zwei Tage sind extrem hart für Emelie und ihre Diät. Maja und Thomas lästern nur, und Michael ist auch nicht wirklich eine Stütze. Am ersten Abend ihrer Diät öffnet er zum Fernsehen ausgerechnet eine Tüte Gummibärchen und lässt auch noch die halbe Tüte offen liegen. Gemein, findet Emelie, aber sie bleibt standhaft. Der nächste Tag ist wieder hart, eine Kollegin hat Geburtstag und natürlich Kuchen dabei. »Nein danke, ich glaub, ich hab mir gestern den Magen verdorben. Mir ist heute gar nicht gut«, lügt Emelie. Von der Diät will sie noch nichts erzählen. Wenn sie nämlich nicht durchhält, ist es peinlich, wenn sie vorher geprahlt hat, wie viel sie abnehmen will. Das muss jetzt noch gar keiner wissen, wenn die ersten Erfolge sichtbar sind, reicht’s auch noch, findet sie. Nach der Arbeit quält sie sich noch eine halbe Stunde durch den Park. Am Abend gibt’s Salat mit Putenstreifen, und um zwanzig Uhr hat sie so viel Hunger, dass sie lieber gleich schlafen geht, um nicht mehr in Versuchung zu geraten.

Am nächsten Morgen findet Emelie einen Zettel im Briefkasten, als sie die Zeitung holt. »Wir sind eingeladen«, sagt sie, als sie in die Küche kommt. »Von wem denn?« Emelie setzt sich an den Frühstückstisch. Sie gibt Michael den Zettel und die Zeitung. »Von unseren neuen Nachbarn, Sonntag zum Kaffee.« Sie seufzt. »Gott, da gibt’s bestimmt Kuchen. Wenn ich keinen esse, ist das unhöflich, oder?« »Du hast vielleicht Sorgen, dann sparst du eben beim Frühstück oder Mittagessen, dann hast du Luft für ein Stück Kuchen.« »Du hast es da viel einfacher, bei dir schlägt ja nichts an. Ich brauch ein Stück Kuchen nur anzusehen und schon hab ich es auf den Hüften.« »Arme Frau, muss ich dich jetzt bemitleiden?« Er zieht eine mitleidsvolle Miene, was ihm aber nicht ganz gelingt. »Ich muss jetzt zur Arbeit, wer bemitleidet mich?« »Hau bloß ab!« »Ohne Kuss gehe ich aber nicht.« »Okay, komm schon her.« Sie drückt ihm einen leichten Kuss auf die Wange. »Mehr hast du dir nicht verdient!« Er lächelt und geht kopfschüttelnd aus der Tür.

Emelie nimmt den Müll mit nach draußen, als sie das Haus verlässt, um zur Arbeit zu gehen. Ihre neue Nachbarin, Klara, ist mit Töchterchen Lisa im Garten. »Guten Morgen!« »Guten Morgen! Und, schon ein bisschen eingelebt?« »Na ja, momentan hab ich von der neuen Umgebung noch nicht viel gesehen. Mein Kopf steckt den ganzen Tag in Umzugskartons, ich hab noch so viel zu tun. Aber Lisa ist langweilig, deshalb muss ich gezwungenermaßen pausieren.« »Ein Vorschlag, ich arbeite in einem Kindergarten ganz in der Nähe, wenn Lisa möchte, darf sie mich gerne begleiten und eine Art Schnuppertag absolvieren. Dann können Sie in Ruhe auspacken.« »Das wäre ja super. Lisa, möchtest du?« Lisa ist sofort begeistert, sie läuft ins Haus und kommt in anderen Schuhen wieder zurück. »Fertig«, ruft sie und nimmt Emelies Hand. Der Tag im Kindergarten vergeht wie im Flug. Emelie bringt Lisa, die müde und erschöpft ist vom vielen Spielen, am Mittag wieder nach Hause zu ihrer Mutter. »Kaffee?«, fragt diese dankbar. »Ja, gerne. Hätte ich mir zu Hause sowieso gleich gegönnt.«

Das Chaos ist ja bereits zu einem sehr geschmackvollen Zuhause geworden, staunt Emelie. Lisa geht in ihr Zimmer und legt sich aufs Bett. Sie schläft sofort ein. Klara kommt mit zwei Kaffeetassen und einer Schale Plätzchen zurück. »Kaffee gerne, aber bitte keine Plätzchen, ganz ehrlich, ich versuch gerade ein bisschen abzunehmen, aber diese Probleme kennen Sie ja nicht, wenn ich Sie so ansehe.« »Wollen wir nicht du sagen, da quatscht es sich doch viel besser, oder?« Klara lächelt Emelie an. »Gerne.« »Ja, es stimmt, ich hab gute Gene, ich kann essen, was ich will, ich nehme nicht zu.« »Beneidenswert!« Emelie lächelt gequält und nimmt einen Schluck Kaffee. »Wenn dir einer helfen kann, dann ist das mein Mann. Der macht das ja sozusagen beruflich. Irgendein reicher Schnösel möchte, dass er seine Frau auf Vordermann bringt, die hat wohl einen Personaltrainer dringend nötig. Er redet ja nicht viel von seiner Arbeit, aber das scheint mir ein sehr lukrativer Job zu sein, weil wir deshalb extra umgezogen sind. Wenn du möchtest, rede ich gerne einmal mit ihm, er hat bestimmt ein paar gute Tipps für dich.« »Das wäre ja super, da wär ich dir wirklich sehr dankbar. Jetzt halte ich dich aber nicht mehr länger auf, sonst ist der Vorsprung, den ich dir durch Lisas Kindergartenbesuch verschafft habe, wieder flöten.« Sie trinkt aus, bedankt sich für den Kaffee und geht. »Also dann bis Sonntag, ihr habt doch unsere Einladung gefunden, oder?«, fragt Klara an der Tür. »Natürlich, ich freu mich schon, bis Sonntag.«

Am Abend ruft Alina an, das jüngste ihrer drei Kinder. Sie ist zurzeit bei einem Praktikum in Berlin. Emelie erzählt ihr von den neuen Nachbarn und lauter belangloses Zeug vom Ausflug. Sir John Mac Kinny erwähnt sie mit keinem Wort. Der Gedanke an ihn schmerzt. Er war doch so wahnsinnig nett und zuvorkommend. Ein richtiger Gentleman und dann das. Sie muss immer wieder an seinen eiskalten Blick denken, als er ihr gesagt hat, dass sie sich scheiden lassen müsse. Wie man sich doch in einem Menschen täuschen kann. Sie schüttelt den Kopf, als ob sie die negativen Gedanken abschütteln könnte.

Es ist Sonntagnachmittag. Emelie und Michael haben sich hübsch gemacht. Als Geschenk an die neuen Nachbarn gibt’s nach altem Brauch Brot und Salz, das Emelie in einen Korb drapiert hat. Die Kinder kommen nicht mit. Jedes hat mit Freunden andere Pläne geschmiedet. Das langweilige Geschwafel von euch muss keiner von uns haben, so der Originalton von Alina. Ist sowieso besser, wir wollen doch unsere neuen Nachbarn nicht überfordern, und Kaffee trinken ohne die Kids ist viel entspannter, denkt Emelie. Um fünfzehn Uhr stehen die beiden mit Blumen und dem Korb vor der Tür der Nachbarn. Als Michael gerade auf die Klingel drücken will, ist Vincent offensichtlich schneller und öffnet bereits die Tür. »Hallo, schön, dass ihr da seid. Ich hab euch schon kommen sehen.« Michael bleibt der Mund offen stehen. Verdammt, er ist auch trainiert, aber der Kerl ist so was von fit, das muss er neidlos anerkennen. Emelie hat nicht übertrieben, als sie sagte, dass der neue Nachbar Türsteher sein könnte. Beide Arme sind voll Tattoos, und er trägt einen Ohrring. Wie er so da steht mit seinem schwarzen Muskelshirt, fühlt sich Michael als Würstchen dagegen. Klara hat sich wirklich viel Mühe gemacht und die Wohnung mit Kerzen und Blumen dekoriert, sogar zwei verschiedene Torten hat sie gebacken. Eine Schokosahnetorte und eine Quarktorte mit viel Obst. »Ein Diätrezept mit Magerquark, extra für dich, damit deine Diät nicht in Gefahr ist.« Sie lächelt Emelie an.

Das ist ein guter Moment für Vincent, um einzuhaken. »Du möchtest abnehmen und fitter werden, hat mir meine Frau erzählt. Wenn du Hilfe brauchst, ich bin für dich da. Wir können gerne zusammen trainieren, ich denke, dass ich dir einiges zeigen kann. Natürlich will ich mich nicht aufdrängen.« Er sieht sie forschend an. »Das wäre ja super, ich bezweifle nur, dass ich mit dir mithalten kann.« »Ich richte mich da ganz nach dir«, sagt Vince verständnisvoll und lächelt. »Okay, dann wäre das auch geklärt, du kannst ruhig mit meiner Frau trainieren – aber nicht mehr!« Michael hörte sich etwas eifersüchtig an. »Und pass bitte auf, dass sie sich nicht übernimmt!« »Wo denkst du hin, ich bin ein Profi, glaub mir, ich weiß, was ich tue.« »Aber geht das überhaupt mit deiner Arbeit, du hast bestimmt nicht so viel Zeit.« »Kein Thema, die Zeit nehme ich mir gerne.« Jetzt wirkt Vincent etwas angespannt, er redet wohl nicht gerne über seine Arbeit. Schnell findet er eine geschickte Überleitung auf seine Tochter, die sitzt die ganze Zeit in ihrer Spielecke und beschäftigt sich mit ihren Puppen. »Du arbeitest im Kindergarten, sagt meine Frau?« »Ja, schon eine halbe Ewigkeit, ich hab den Beruf auch einmal vor hundert Jahren gelernt.« »Denkst du, dass wir für Lisa einen Kindergartenplatz bekommen könnten, auch so unterm Jahr?« »Da lässt sich bestimmt was machen, ich frag morgen einmal nach und gebe euch dann Bescheid.« »Und wann möchtest du mit dem Training beginnen, ich würde vorschlagen, auch gleich morgen. Wir beginnen mit einfachem Lauftraining von sechs bis sieben Uhr, dann bleibt noch genug Zeit für ein gesundes Frühstück.« Und gesund hat er extra stark betont. Wow, der kniet sich aber gleich voll rein, hoffentlich hab ich keinen Fehler gemacht, denkt Emelie und isst den letzten Rest von ihrem Kuchenstück.

Am Abend, nachdem die Fischers gegangen sind und Klara im Kinderzimmer mit Lisa beschäftigt ist, nimmt Vincent das Telefon und wählt eine Nummer in Schottland. »Sir, Vincent Müller, Sir … Kontaktaufnahme erfolgreich abgeschlossen, morgen beginnen wir mit der ersten Trainingseinheit … natürlich, Sir … nein, sie ahnt nichts, wir sind nur die netten Nachbarn … alles klar, ich melde mich in zwei Wochen wieder.« »Wer war am Telefon, Schatz?«, fragt Klara, als sie hereinkommt. »Nur mein Arbeitgeber, nichts Wichtiges.«


Hier gibt es dieses E-Book:


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Wenn nur einer liebt
Roman von Gisela Greil
ISBN: 978-3-9503762-0-3
Seitenanzahl: 406 (PDF)
Erscheinungsdatum: 6. Mai 2014

Donnerstag, 8. Mai 2014

Neuerscheinung: Roman ›Wenn nur einer liebt‹ von Gisela Greil

›Wenn nur einer liebt‹ von Gisela Greil

Auf einem Betriebsausflug trifft Emelie, eine Kindergärtnerin aus München, den charmanten Sir John Mac Kinny. Der attraktive Schotte verliebt sich in Emelie. Sir John ist es gewohnt, mit Macht und Geld alles zu bekommen, was er haben will. Emelie ist glücklich mit Michael verheiratet und erteilt Sir John eine Abfuhr. Doch dieser gibt sich nicht so leicht geschlagen. Er scheut vor nichts zurück, um zu seinem Ziel zu gelangen. Wird er Emelie umstimmen können …?


Gisela Greil
Die Autorin Gisela Greil liebt Schottland, die Dudelsackmusik und Pubs, schottische Bräuche und Feste. Als Kind war ihr großes Vorbild Karl May, und ihre Aufsätze waren immer viel zu lang. Sie lebt im Bayerischen Wald und ist Mutter von vier erwachsenen Kindern. Seit vielen Jahren arbeitet sie in der Altenpflege, schreibt in der Freizeit und erholt sich dabei von ihrem anstrengenden Beruf.



Autoreninterview mit Gisela Greil

Was bedeutet Schreiben für Sie?

Ich betreue eine Wohngruppe in einem Altenheim. Die Realität ist oft hart und es tut mir sehr gut in meine Traumwelt flüchten zu können.

Schreiben sie diszipliniert?

Wenn sich eine Geschichte oder besser der Anfang einer Geschichte in meinem Kopf festgesetzt hat geht eigentlich alles ganz schnell. Wenn es mein Dienstplan erlaubt schreibe ich jeden Tag. Die 400 Seiten meines ersten Buches waren so in ca. 5 Wochen geschrieben.

Planen sie vor dem Schreiben oder entwickelt sich die Handlung beim Schreiben?

Wenn der Anfang der Geschichte feststeht und ich zu schreiben beginne wir daraus ganz schnell ein Selbstläufer. Personen und Handlungen entwickeln sich ohne weitere Planung einfach beim Schreiben.

Was lesen sie zurzeit?

12 Years a Slave. Der Hundertjährige, der aus dem Fester stieg und verschwand war der letzte Roman den ich gelesen habe.

An welchem Text arbeiten Sie derzeit?

Ich habe vor wenigen Tagen die Rohfassung meines nächsten Romans beendet. Nun muss er noch überarbeitet werden.

Können sie schon ein wenig darüber verraten?

Ich liebe Schottland, Whisky, Pubs und Pipes and Drums. Natürlich spielt mein neuer Roman wieder in Schottland. Es geht um einen Pub- Besitzer in Aberdeen. Ich denke er ist genauso kurzweilig zu lesen wie mein erster Roman.

Wie ist es, nach all den Mühen des Schreibens und Korrigierens, das E-Book zu veröffentlichen?

Ganz ehrlich? Meine Gefühle sind gemischt. Auf einer Seite freue ich mich riesig dass mein Roman veröffentlicht wird, aber auf der anderen Seite ist es gewöhnungsbedürftig für mich, das jetzt jeder der es möchte meine Phantasien lesen kann. Aber ich bin mir ganz sicher dass die Freude überwiegt.

Wir danken Ihnen herzlich für das Interview!


Leseproben und Download:


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Wenn nur einer liebt
Roman von Gisela Greil
ISBN: 978-3-9503762-0-3
Seitenanzahl: 406 (PDF)
Erscheinungsdatum: 6. Mai 2014

Montag, 17. Februar 2014

Neuerscheinung: Ödbruch

Der neue, spannende Roman um eine geplante Vertreibung aus dem Dorfe, verfasst von Eckhard Lietz, steht für Sie zum Download bereit. Derzeit ist das E-Book bei Amazon in der Kindle-Edition und bei XinXii als PDF erhältlich. Weitere Formate werden in Kürze folgen.


Die Bewohner des beschaulichen Dorfes Ödbruch sollen ihren Heimatort verlassen. Schuld daran ist die geplante Ausweitung des Braunkohle-Tagebaus. Dieser ist mit rigorosen Eingriffen in die Natur verbunden und führt zu enormen Umweltzerstörungen. Als die Ödbrucher die Bedrohung in ihrem ganzen Ausmaß erkannt haben, beginnen sie, sich zu wehren …

Eckhard Lietz
Der Autor verbrachte seine Schulzeit in Hannover, wo er auch die Ausbildung zum Diplomverwaltungswirt (FH) absolvierte. Danach war er viele Jahre für eine Stadtverwaltung tätig und arbeitete auch als Lehrbeauftragter an der Niedersächsischen Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege, später als Dozent an einer kommunalen Verwaltungsschule im Land Brandenburg. Er veröffentlichte die Bücher: ›Ordnungsrecht Niedersachsen‹ (Herausgeber), ›Der tägliche Krieg‹, ›Hartkopf‹ und ›INSOLVENZ‹.


Ödbruch
oder Die Vertreibung aus dem Dorfe
Roman
Eckhard Lietz
ISBN: 978-3-9502871-9-6
Seitenanzahl PDF: 198
Erschienen am: 11. 2. 2014
€ 4,99

Download:
Kindle-Edition bei Amazon,
PDF, ePub, mobi-Format bei XinXii
iBook im iBookstore
und auf den meisten E-Book-Plattformen des Buchhandels


Mittwoch, 18. Juli 2012

Wurzeln der Hoffnung: Rezension


"Eine bunte Mischung aus unmöglich erscheinender Liebe, aus Familientraditionen, Geiseldrama und viel Lokalkolorit verspricht, diesen Roman zu einem spannenden Leseerlebnis zu machen. Nebenbei erfährt man noch viel über den Unabhängigkeitskampf der Korsen, über die Menschen selbst und über die wunderschöne Insel. Viel Erfolg!"


Weitere Formate: bei XinXii und im ibookstore.



Donnerstag, 14. Juni 2012

Die Urlaubszeit naht – ein Tipp



Bild: Gabriele Planthaber  / pixelio.de

Welche Lektüre eignet sich besonders gut für den Urlaub, da sie keinen zusätzlichen Platz im Koffer einnimmt?

Kindle-Ebooks!

Ob man nun für den Strandurlaub packt, die Berghütte, die Städtereise oder den urigen Bauernhof ... oder die Hausbootfahrt? ... mit genügend E-Books dabei ist man bestens ausgerüstet.

Dienstag, 20. März 2012

Frühlingsgefühle statt Frühjahrsmüdigkeit!


                     Wenn die gelben Blumen sprießen
                     mit E-Reader und E-Books die Natur genießen.

                     Lesen ist ein Wunschkonzert!
                     Deshalb haben wir die Preise gesenkt.

                     Auf in den Lesefrühling!


Dienstag, 1. März 2011

An Jakobs zweitem Geburtstag schreibt Sarah seinem Vater einen Brief

... Jakob schlief noch, während ich in aller Früh das Wohnzimmer dekorierte, Ballons aufblies, Girlanden anbrachte und den Tisch festlich deckte. 
Gegen Mittag, als ich beim Verzieren der Torte war, kam Jakob in die Küche und wollte mithelfen. Er bekam einen Teller mit Schlagobersresten zum Ausschlecken. Diesen setzte er sich jedoch bald auf den frisch gewaschenen Kopf. Ich geriet in Verzug und es war drückend schwül. Neben einem aufgeweckten Zweijährigen Geschenke zu verpacken und dabei zu sorgen, dass er nicht im Nu die gerade erst aufgeräumte Wohnung in einen Spielplatz verwandelt, ist alles andere als einfach.
Während ich hier sitze und an Dich schreibe, frage ich mich: Wie wird er einmal sein als Mann und Vater? Wird er es schaffen, ein besserer, gütigerer, verständnisvollerer Vater zu sein, als Du es Deinen Kindern bist? ...

Den berührenden Roman "Nur geträumt? Abschied von der großen Liebe" lesen

(PDF/EPUB/Mobi) oder als iBook auf dem iPad lesen.

Das E-Book kann auch per E-Mail bestellt werden: sirius@textshop.at

Samstag, 29. Januar 2011

Romane bei XinXii

Die 2010 erschienenen E-Book-Romane Sonne, Mond und Männer, Nur geträumt?, Leben ist ein Nebenjob, Olivers Reisen und Wurzeln der Hoffnung könnt ihr hier in den gewünschten Formaten downloaden. Ohne DRM.


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