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Donnerstag, 29. August 2013
Wurzeln der Hoffnung – Leseprobe
Er setzte sich mit einem lauten Seufzer zu ihr. Zärtlich drehte er sie herum und streichelte sanft über ihre Wange.
»Meine arme kleine Pirata, was hat man dir nur angetan, dass du so voller Selbsthass und Zerstörung bist? Ich bin wirklich der Letzte, der dir wehtun möchte oder könnte. Wenn du willst, werde ich dir helfen, ins Leben zurück zu finden. Das Wichtigste ist, dass du mir vertraust. Hundertprozentig und bedingungslos. – Hörst du mir zu, Pirata?«
»Ja, ich höre dir zu«, kam es leise retour.
»Gut, dann werde ich dir jetzt etwas sagen. Ich muss jetzt gehen. Aber bald wird jemand kommen, um dich zu befreien. Meine Kameraden werden nicht erfahren, dass ich eine Geisel hatte. Ich will dich aus dieser Sache heraushalten. Hast du mich verstanden?«
»Ja, aber ich kann nicht mehr in diese Welt zurück. Ich habe alles hinter mir gelassen. Ich kann nicht mehr an morgen denken.«
»Dafür habe ich einen Vorschlag. Die Tante meines Schwagers hat einen Reitstall im Nordosten. Den betreibt sie zusammen mit ihrem Sohn und ihrer Stieftochter. Sie haben jedes Jahr in der Saison enorm viel Arbeit und können jemanden gebrauchen, der ihnen ein wenig unter die Arme greift. – Magst du Pferde?«
Sie drehte sich zu ihm herum und setzte sich erstaunt auf. Sie rieb sich die Augen.
»Sicher mag ich Pferde. Aber ich kann nicht wieder in das normale Leben zurück. Ich habe mit diesem Leben abgeschlossen. Wie soll ich nur –«
»Manchmal muss man einen Schritt zurück gehen, um vorwärts zu kommen.«
»Aber es gibt kein Vorwärts mehr für mich!«
»Und der Sänger der ›Centauri‹? Interessiert er dich nicht mehr? Hast du ihn schon vergessen?«
Sie schwieg und senkte ihren Blick.
»Wenn du ihn kennenlernen möchtest, dann solltest du meinen Vorschlag annehmen.«
»Aber wie soll ich mich nur zurechtfinden?«
»Mach dir keine Gedanken, bitte. Ich kümmere mich um alles. Du musst mir nur vertrauen.«
»Ich habe wohl keine andere Wahl. – Werde ich dich wiedersehen?«
»Das kann ich dir nicht versprechen, Pirata. Vertraust du mir?«
»Ja, aber –«
»Also gut, kein Aber mehr. Einverstanden?«
Sie nickte.
»Einverstanden. Aber es ist alles so unwirklich. Ich weiß nicht mehr was ich denken soll. Ich weiß nur eines, ich möchte mich jetzt an dich kuscheln und in deinen Armen einschlafen und nie wieder aufwachen.«
Sie legte ihren Kopf an seine Schulter.
»Kannst du reiten?«
»Ja, meine Oma hatte zwei Pferde und einen Esel.«
»Fein, wo hast du bisher gelebt?«
»In der Balagne, in Aregno.«
»Ah, kennst du die Castagnicca?«
»Ja, ein wenig. Ich mag die Gegend um den Monte San Petrone sehr.«
Er lächelte zufrieden.
»Ich auch.«
»Aus welcher Gegend stammst du?«
»Die Familie meiner Mutter kommt aus der Castagnicca und die meines Vaters aus dem Fium-Orbu. Aber geboren bin ich in Bastia.«
»Das Fium-Orbu. Die berühmte Erzregion der legendären Ehrenbanditen.«
Er lächelte und nickte. Einen Augenblick herrschte Schweigen. Schließlich sagte er:
»Wenn du einverstanden bist, dann rede ich mit der Tante meines Schwagers, um sie zu bitten, dich bei ihr aufzunehmen.«
Sie starrte auf die Steindecke und fragte dann noch einmal flüsternd:
»Werde ich dich wiedersehen?«
»Wie ich schon sagte, ich kann es dir nicht versprechen. Außerdem ist da noch der Sänger von den ›Centauri‹, der dich so interessiert.«
»Ja, aber wie soll ich an ihn herankommen?«
»Ich glaube nicht, dass es dir an Einfällen mangelt, einen Mann kennenzulernen, den du kennenlernen möchtest. Du bist hübsch und intelligent und du weißt, was du willst.«
»Dessen bin ich mir nicht mehr so sicher«, sagte sie leise. Sie seufzte.
»Ich, ich habe wirklich mit allem abgeschlossen. Wie soll ich es schaffen, mich wieder zu integrieren? Die Vorstellung ist im Moment zu viel für mich. Ich fühlte mich völlig frei, weil ich meine Seele schon in das Nichts geschickt hatte. Ich kann jetzt nicht an ein neues Leben denken.«
Ihre Stimme wurde immer leiser.
»Ich glaube, es ist, wie in dem Augenblick bevor man geboren wird.«
Wurzeln der Hoffnung
Ein Korsika-Roman
von Miluna Tuani
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Labels:
E-Book,
Ebook,
Kindle,
Korsika,
Liebesroman,
Roman,
Wurzeln der Hoffnung,
XinXii
Mittwoch, 18. Juli 2012
Wurzeln der Hoffnung: Rezension
"Eine bunte Mischung aus unmöglich
erscheinender Liebe, aus Familientraditionen, Geiseldrama und viel Lokalkolorit
verspricht, diesen Roman zu einem spannenden Leseerlebnis zu machen. Nebenbei
erfährt man noch viel über den Unabhängigkeitskampf der Korsen, über die
Menschen selbst und über die wunderschöne Insel. Viel Erfolg!"
Weitere Formate: bei XinXii und im ibookstore.
Dienstag, 19. Juli 2011
Eine bunte Mischung
"Eine bunte Mischung aus unmöglich erscheinender Liebe, aus Familientraditionen, Geiseldrama und viel Lokalkolorit verspricht, diesen Roman zu einem spannenden Leseerlebnis zu machen. Nebenbei erfährt man noch viel über den Unabhängigkeitskampf der Korsen, über die Menschen selbst und über die wunderschöne Insel. Viel Erfolg!"
Danke für die Rezension!
Wurzeln der Hoffnung
Ein Roman von Miluna Tuani
XinXii, verschiedene Formate
iBookstore
Danke für die Rezension!
Wurzeln der Hoffnung
Ein Roman von Miluna Tuani
Mittwoch, 27. April 2011
Zu gewinnen: ein E-Book
Gesucht ist der Schauplatz des Romans ›Wurzeln der Hoffnung‹ von Miluna Tuani.
Wer die Lösung bis zum Freitag den 6. Mai um 24 Uhr an sirius@textshop.at sendet, kann ein E-Book (im gewünschten Format!) gewinnen. Drei Gewinner werden unter den Einsendern der richtigen Antwort ausgelost.
Wurzeln der Hoffnung
Ein Roman von Miluna Tuani
XinXii, verschiedene Formate
iBookstore
Wer die Lösung bis zum Freitag den 6. Mai um 24 Uhr an sirius@textshop.at sendet, kann ein E-Book (im gewünschten Format!) gewinnen. Drei Gewinner werden unter den Einsendern der richtigen Antwort ausgelost.
Wurzeln der Hoffnung
Ein Roman von Miluna Tuani
Labels:
Gewinnspiel,
Miluna Tuani,
Sirius Verlag,
Wurzeln der Hoffnung
Mittwoch, 12. Januar 2011
Die Kindle-Edition von "Wurzeln der Hoffnung" ist da.
Hier gibt es "Wurzeln der Hoffnung" von Miluna Tuani, Autoreninterview hier, auch für Amazons Kindle.
Sonntag, 9. Januar 2011
Wurzeln der Hoffnung
Den Roman gibt es jetzt im EPUB-Format auf XinXii.
Labels:
E-Book,
EPUB,
Roman,
Sirius Verlag,
Wurzeln der Hoffnung
Montag, 20. Dezember 2010
Weihnachten in der Leseprobe – Wurzeln der Hoffnung
Wurzeln der Hoffnung von Miluna Tuani
Leseprobe
Doch nun galt es wieder einmal, den Fluss zu durchqueren. Sie tastete sich Schritt für Schritt voran durch das schlammig braune, reißende Wasser. Sie wusste, dass sie nicht hinfallen durfte. Dann würde ihr Weihnachtsmenü in den Fluten davonschwimmen.
Das Wasser schoss und wirbelte dahin und die Riemen des voll beladenen Rucksackes schnürten sie auf den Schultern ein. Sie war mehr als froh, als sie das andere Ufer endlich erreicht hatte. Bis zum Bauchnabel durchnässt aber ohne Verluste kletterte sie auf allen Vieren an der Uferböschung hoch. Sie rappelte sich auf und lief über den steinigen Weg zwischen den beiden Flussarmen.
Der zweite Flussarm war nur ein Rinnsal. Er führte nur dann nennenswert viel Wasser, wenn es mehrere Tage lang viel geregnet hatte.
Das Schlimmste des Weges hatte sie überwunden. Nun brauchte sie nur noch den steil ansteigenden aber verhältnismäßig gut begehbaren Weg bis zum Haus hoch zu laufen. Aber sie spürte schon Ermüdungserscheinungen. Der Rücken schmerzte unter dem Gewicht des Rucksacks und die Kleidung klebte kalt und feucht an ihrer Haut.
Erleichtert atmete sie aus, als sie das erste Tor erreicht hatte, dessen Pylone sie selbst aus den Steinen, die überall herumlagen, errichtet hatte. Nachdem sie es passiert hatte, kam schon das zweite Tor in Sicht, auch ein Produkt eines Anfalls von überflüssiger Energie, den sie ab und zu hatte.
Dahinter schaute das Häuschen hervor. Es war immer noch dicht bewachsen mit Efeuranken, die nun in voller Blüte standen. Alicia liebte den süßen, fruchtigen und betörenden Duft, der von ihnen ausging und ebenso den Duft der Blüten der alten Mimosenbäume. Sie schloss die Augen und atmete diese Wohlgerüche zufrieden ein.
Was für ein zauberhafter Ort das hier doch ist. Selbst im Dunkeln und mit geschlossenen Augen finde ich hierher zurück. Welch berauschender, süßer Duft. – Ich werde mich informieren, wie man Parfum herstellt, und ein Parfum aus diesen Wohlgerüchen kreieren. Ich bin sicher, das würde sich gut absetzen.
Alicia wurde in ihren Gedankengängen unterbrochen, als Shakira und ihre sieben Kinder, die inzwischen schon um einiges größer waren als ihre Mutter, freudig bellend angelaufen kamen. Sie begrüßten ihr Frauchen wie immer etwas zu stürmisch.
Alissaya, die rotbraune, sanfte Stute, die Lucrezia ihr zum Reiten und zum Transportieren von Sachen zur Verfügung gestellt hatte, kam ebenfalls auf sie zu. Die rotfellige Pferdedame hatte jedoch seit der Flutkatastrophe Angst vor dem lauten Fluss. Sie weigerte sich, ihn zu überqueren. So musste Alicia ihr Gepäck alleine schleppen.
Alicia streckte ihr die Hand entgegen und schrie die Hunde an: »Zitti, zitti [Kinder, Kinder], nicht anspringen, bitte! Sonst falle ich mit dem schweren Zeug wie eine Schildkröte auf den Rücken und komme nicht mehr hoch. Und wer hilft mir dann – keiner. Nein, so möchte ich nicht enden, und schon gar nicht zu Weihnachten.«
Sie schwankte die letzten Schritte bis zur hohen Steintreppe. Dann kniete sie sich erschöpft nieder und befreite sich von ihrer schweren Last. Die schmalen Riemen des Rucksacks hatten tiefe Einschnitte auf ihren Schultern hinterlassen, die sie sich nun massierte.
Andromeda und Xandulian, Lanni und Savi, die Lieblingskatzen, kamen angesprungen und die Hunde rannten ihnen hinterher.
»Zitti, jagt mir die Katzen nicht!«, rief sie energisch. Denn ihre laute, energische Stimme war das Einzige, worauf diese Hundekinder reagierten. Die Mischlinge aus Jagdhund und Belgischem Schäferhund verhielten sich abwechselnd wie schwer erziehbare Jagdhunde und wachsame Schäferhunde. Aber Alicia liebte die Hunde alle. Deshalb hatte sie es auch noch nicht übers Herz gebracht, einen Einzigen von ihnen abzugeben.
Andromeda und Xandu, die Stammeltern der Katzenzucht, sprangen auf Alicias Schulter. Sie stand nun auf, um die Tür aufzuschließen. Dabei rief sie den Hunden zu: »Ihr bleibt noch draußen! Ich muss erst alles vorbereiten. Dann gibt es Bescherung.«
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Wurzeln der Hoffnung
Ein Roman von Miluna Tuani
XinXii, verschiedene Formate
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Leseprobe
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| Wurzeln der Hoffnung |
Das Wasser schoss und wirbelte dahin und die Riemen des voll beladenen Rucksackes schnürten sie auf den Schultern ein. Sie war mehr als froh, als sie das andere Ufer endlich erreicht hatte. Bis zum Bauchnabel durchnässt aber ohne Verluste kletterte sie auf allen Vieren an der Uferböschung hoch. Sie rappelte sich auf und lief über den steinigen Weg zwischen den beiden Flussarmen.
Der zweite Flussarm war nur ein Rinnsal. Er führte nur dann nennenswert viel Wasser, wenn es mehrere Tage lang viel geregnet hatte.
Das Schlimmste des Weges hatte sie überwunden. Nun brauchte sie nur noch den steil ansteigenden aber verhältnismäßig gut begehbaren Weg bis zum Haus hoch zu laufen. Aber sie spürte schon Ermüdungserscheinungen. Der Rücken schmerzte unter dem Gewicht des Rucksacks und die Kleidung klebte kalt und feucht an ihrer Haut.
Erleichtert atmete sie aus, als sie das erste Tor erreicht hatte, dessen Pylone sie selbst aus den Steinen, die überall herumlagen, errichtet hatte. Nachdem sie es passiert hatte, kam schon das zweite Tor in Sicht, auch ein Produkt eines Anfalls von überflüssiger Energie, den sie ab und zu hatte.
Dahinter schaute das Häuschen hervor. Es war immer noch dicht bewachsen mit Efeuranken, die nun in voller Blüte standen. Alicia liebte den süßen, fruchtigen und betörenden Duft, der von ihnen ausging und ebenso den Duft der Blüten der alten Mimosenbäume. Sie schloss die Augen und atmete diese Wohlgerüche zufrieden ein.
Was für ein zauberhafter Ort das hier doch ist. Selbst im Dunkeln und mit geschlossenen Augen finde ich hierher zurück. Welch berauschender, süßer Duft. – Ich werde mich informieren, wie man Parfum herstellt, und ein Parfum aus diesen Wohlgerüchen kreieren. Ich bin sicher, das würde sich gut absetzen.
Alicia wurde in ihren Gedankengängen unterbrochen, als Shakira und ihre sieben Kinder, die inzwischen schon um einiges größer waren als ihre Mutter, freudig bellend angelaufen kamen. Sie begrüßten ihr Frauchen wie immer etwas zu stürmisch.
Alissaya, die rotbraune, sanfte Stute, die Lucrezia ihr zum Reiten und zum Transportieren von Sachen zur Verfügung gestellt hatte, kam ebenfalls auf sie zu. Die rotfellige Pferdedame hatte jedoch seit der Flutkatastrophe Angst vor dem lauten Fluss. Sie weigerte sich, ihn zu überqueren. So musste Alicia ihr Gepäck alleine schleppen.
Alicia streckte ihr die Hand entgegen und schrie die Hunde an: »Zitti, zitti [Kinder, Kinder], nicht anspringen, bitte! Sonst falle ich mit dem schweren Zeug wie eine Schildkröte auf den Rücken und komme nicht mehr hoch. Und wer hilft mir dann – keiner. Nein, so möchte ich nicht enden, und schon gar nicht zu Weihnachten.«
Sie schwankte die letzten Schritte bis zur hohen Steintreppe. Dann kniete sie sich erschöpft nieder und befreite sich von ihrer schweren Last. Die schmalen Riemen des Rucksacks hatten tiefe Einschnitte auf ihren Schultern hinterlassen, die sie sich nun massierte.
Andromeda und Xandulian, Lanni und Savi, die Lieblingskatzen, kamen angesprungen und die Hunde rannten ihnen hinterher.
»Zitti, jagt mir die Katzen nicht!«, rief sie energisch. Denn ihre laute, energische Stimme war das Einzige, worauf diese Hundekinder reagierten. Die Mischlinge aus Jagdhund und Belgischem Schäferhund verhielten sich abwechselnd wie schwer erziehbare Jagdhunde und wachsame Schäferhunde. Aber Alicia liebte die Hunde alle. Deshalb hatte sie es auch noch nicht übers Herz gebracht, einen Einzigen von ihnen abzugeben.
Andromeda und Xandu, die Stammeltern der Katzenzucht, sprangen auf Alicias Schulter. Sie stand nun auf, um die Tür aufzuschließen. Dabei rief sie den Hunden zu: »Ihr bleibt noch draußen! Ich muss erst alles vorbereiten. Dann gibt es Bescherung.«
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Wurzeln der Hoffnung
Ein Roman von Miluna Tuani
Freitag, 10. Dezember 2010
Roman-Neuerscheinung: Wurzeln der Hoffnung
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| Wurzeln der Hoffnung von Miluna Tuani |
Der Roman ›Wurzeln der Hoffnung‹ spielt auf Korsika und erzählt die Geschichte einer jungen Fotografin und Journalistin. Alicia beschließt, ihr Leben zu beenden, da sie unter den Folgen eines schweren Schicksalsschlages leidet. Als sie den Freitod in die Tat umsetzen will, begegnet ihr ein mysteriöser junger Mann. Eine spannungsreiche Beziehung entwickelt sich zwischen den beiden.
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| Miluna Tuani |
Autoreninterview mit Miluna Tuani am 20. Oktober
Wann haben Sie zu schreiben begonnen?
Schon als Kind fing ich an, kleine Geschichten aufzuschreiben, die mir in den Kopf kamen, ebenso Gedichte und Liedertexte. Für mich war das Schreiben immer ein Teil meines Seins.
Was bedeutet das Schreiben für Sie?
Meine kreativen Auswürfe in Form von Geschichten mit anderen zu teilen. In den letzten Jahren ist der Wunsch dazugekommen, über Korsika zu schreiben. Ich möchte Verständnis bei deutschsprachigen Besuchern dieser Insel der Schönheit vermitteln, indem ich von ihrer bewegten Geschichte, eigenständigen Kultur und lokalen Sprache, Musik und sozialpolitischen Problemen der modernen Zeit erzähle.
Wann kommen Ihnen die besten Ideen?
Ganz spontan, jederzeit, auf einmal sind sie da.
Woher bekommen Sie Ihre Ideen?
Ich suche nicht nach ihnen, auf einmal habe ich eine komplette Geschichte im Kopf. Aber sicherlich tragen meine Geschichten Züge von Erlebtem gemischt mit meiner Fantasie.
Haben Sie eine Marotte beim Schreiben?
Ja, ich kann nur schreiben, wenn totale Ruhe um mich herum herrscht, sprich nachts!
Wie sieht Ihr Schreibzimmer aus?
Ich arbeite an meinen einfachen PC-Rollentisch in meinem spartanisch eingerichteten Wohnzimmer: Sofa mit Couchtisch, Esstisch mit Stühlen, Rattanregal, Kaminnische, Amerikanische Küche, gelb-beige hohe Wände, eine Treppe zum Mezzanin.
Ihr Fensterblick?
Auf die Terrasse, in den Garten, mit Blick auf die umliegenden Berge von dem Terrassentürfenster aus; vom anderen auf das Dorf und das Meer, am Horizont Elba und Capraja manchmal – je nach Wetterlage.
Ist Ihre Zimmertür offen, wenn Sie schreiben?
Zu im Winter, da ich im Salon schreibe und es sich um die Terrassenfenstertür handelt; im Sommer auch offen. Aber wegen der Füchse bevorzuge ich es, die Fensterläden zuzumachen. Wir leben in wilder Natur in den Bergen.
Hören Sie Musik?
Ja, beim Überarbeiten der aufgeschriebenen Geschichten, nicht aber bei der Erstfassung.
Schreiben Sie diszipliniert?
Ja, ich habe mein Ziel vor mir und muss es fertigstellen, auch wenn manchmal die ganze Nacht dabei drauf geht. Wenns im Kopf »juckt«, muss die Geschichte raus auf die Festplatte ohne Wenn und Aber und ohne dass man mich stören darf.
Wie gehen Sie mit Schreibproblemen um?
Ich warte auf eine bessere Gelegenheit, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen, und meditiere über die erfundene Story im Stillen, im Liegen mit geschlossenen Augen und lasse die Handlung wie einen Film vor meinem inneren Auge ablaufen.
Welche Bücher lesen Sie selbst am liebsten?
Historische Romane, Scifi/Fantasy u. v. a. m.
Was lesen Sie zurzeit?
Viele interessante Werke auf Literaturplattformen im Web.
Haben Sie LieblingsautorInnen?
Marion Zimmer Bradley, Noah Gordon, aber auch viele andere.
Haben Sie eine bestimmte Methode?
1. Die Geschichte erscheint im Kopf
2. Aufzeichnung der Geschichte in der Rohfassung
3. Die Überarbeitung
Wie kamen Sie auf die Idee zu ›Wurzeln der Hoffnung‹?
Die Gesamthandlung ist mir auf einmal im Kopf erschienen, ein wenig haben sich reale Erlebnisse mit der Fantasie vermischt. Zum Beispiel habe ich die Überschwemmungskatastrophe am Fluss Fium-Altu live miterlebt!
Wie ist dieser Roman dann entstanden?
Nachdem ich die Idee komplett im Kopf hatte, fing ich an, sie in der Rohfassung aufzuschreiben, das war 1995. Dann folgten einige Jahre Kinderpause. Im Jahr 2003 nahm ich das Manuskript wieder zur Hand und bearbeitete es bis zu seiner endgültigen Fassung.
Wie sind Sie handwerklich-technisch herangegangen?
Nachdem ich die Rohfassung niedergeschrieben hatte, erstellte ich ein Konzept, um den Roman logisch zu gliedern. Ich fertigte ein Exposé an, teilte den Roman in Kapitel und Unterkapitel mit je einer kurzen Inhaltsangabe, anschließend folgten Personenbeschreibungen der Haupt-und Nebencharaktere mit ihrer Biografie.
Das war unter anderem die Arbeit für eine Hausaufgabe innerhalb meines Fernstudiums ›Schreiben lernen‹, das ich von 1992-1993 hier vor Ort absolvierte. Dieses Gerüst habe ich dann meinem Onkel, einem ehemaligen Germanistikprofessor, zum Lektorat vorgelegt. Seine lektorierte Version habe ich erneut abgespeichert. Bei einer Informatikpanne habe ich jedoch diese lektorierte Version leider verloren und musste so noch einmal von vorne angefangen!
Wussten Sie von Anfang an, wie es ausgeht?
Ja.
Erkennt man in der Endfassung noch die Rohfassung?
Es gab einige Überarbeitungen, aber die Rohfassung blieb gut erkenntlich. Mein Onkel wollte einige Abschnitte völlig weglassen, aber ich war dagegen, da ich meinen Roman als Gesamtwerk sehe. Es ist wie bei einer Symphonie: Wenn man ein Stück herausnimmt, bricht die Harmonie zusammen. Er verstand das, blieb aber skeptisch wegen einiger Szenen.
Wie kamen Sie auf die Namen der Figuren?
Sie sind mir ebenso erschienen wie der Text selbst.
Haben Sie vor Ort recherchiert?
Nein, da ich vor Ort lebe und ihn sehr gut kenne.
Gab es Motivationslöcher, wie haben Sie sich daraus befreit und wie über Schreibblockaden hinwegmanövriert?
Die Informatikpanne hat mir sehr die Motivation genommen, aber da ich ein sogenanntes Stehaufmännchen bin, habe ich mich erneut daran gesetzt. Ich habe aber etwas Zeit vergehen lassen, inzwischen andere Texte aufgezeichnet und ein wenig Abstand genommen.
Musste Ihre Umwelt leiden, während Sie am Buch gearbeitet haben?
Kaum, da ich ja nachts schreibe.
Wie ist es, nach all den Mühen, den Roman veröffentlicht zu bekommen?
Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, das ich irgendwie nicht in Worte fassen kann, nur, ich bin sehr froh und stolz darauf und dankbar.
Wohin reisen Sie gerne und was ist für Sie an einem Urlaubsort wichtig?
Bevor ich mich endgültig auf Korsika ansiedelte, reiste ich viel herum schon von klein auf, aber mein Lieblingsreiseziel blieb immer die Insel Korsika.
Wichtig ist für mich an einem Urlaubsort das angenehme Klima, wilde, unbelassene Natur und wenig überlaufende Orte fern vom Massentourismus.
An welchem Text arbeiten Sie derzeit?
Ich bin zurzeit mit der Überarbeitung meiner Endzeittrilogie beschäftigt, deren Erstfassung ich vor ca. fünf Jahren auf Festplatte brachte, sowie mit meinem ersten Roman von 1990/91, dessen Original ich auch in einer Informatikpanne verloren habe.
Ich bin auf diese Weise vom Pech verfolgt gewesen, aber heute ist zum Glück mein Sohn ein Informatikgenie, das heißt, er findet für jede Panne eine Lösung. Er ist zwölf!
Auch möchte ich alle meine anderen alten Werke überarbeiten, um sie für eine eventuelle Veröffentlichung vorzubereiten.
Wissen Sie schon, wie der neue Roman heißen wird?
Meine Endzeittrilogie heißt ›Astreya‹ und mein erster Roman heißt ›Wie Blätter im Wind‹.
Können Sie schon ein wenig darüber verraten?
›Astreya‹ beginnt in der Vergangenheit, setzt sich in der heutigen Zeit fort und endet in der Zukunft und spielt wieder auf Korsika.
›Wie Blätter im Wind‹ ist ein Unterhaltungsroman und spielt natürlich auch auf Korsika, zwischen gestern und heute, zwischen Schicksal und Vorherbestimmung, zwischen grausamer Realität und übernatürlichen Wahrnehmungen, zwischen Vendetta und politischen Fehden. Und er ist die Einleitung zu einem meiner Erstlingswerke, das ich im Alter von acht Jahren in der Rohfassung erstellt habe, einer SF-Fantasy-Saga in neun Bänden.
Ansonsten habe ich so viele Projekte, die als Exposé oder als Ideenaufzeichnung daliegen. Hätte ich genug Zeit, nur zu schreiben, dann würde ich ein wenig schneller vorankommen. Aber leider hat man ja auch andere Verpflichtungen im Leben. Dank der modernen Technik und den Literaturplattformen ist es mir gelungen, einige meiner spontanen neuen Werke für interessiertes Publikum lesbar zu machen, was mir sehr wichtig ist. Ich bin sehr glücklich, wenn meine Texte gelesen werden und den LeserInnen gefallen.
Herzlichen Dank für das Interview!
Wurzeln der Hoffnung
Ein Roman von Miluna Tuani
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Wurzeln der Hoffnung



